Drei Beispiele aus Kaarst Wie Senioren in Zeiten von Corona leben

Kaarst · Viele Senioren leiden unter dem Kontaktverbot während der Corona-Krise. Doch Margot und Heinz Kerres, Irmgard Kaiser und Annemarie Hoersch lassen sich auch in dieser schwierigen Zeit nicht unterkriegen.

Man sollte nicht glauben, dass der Satz „Wir sitzen auf der Sonnenseite des Lebens“ in der aktuellen Corona-Krise aus dem Mund einer Seniorin kommt. Doch Margot Kerres sieht es so, denn die 86-Jährige nutzt derzeit jeden Sonnenstrahl gemeinsam mit ihren Ehemann Heinz (87) auf dem großen heimischen Balkon. Dort erfreut sich das Ehepaar an blühenden Narzissen und verschafft sich so eine positive Atmosphäre, in der sie es während der Krise gut aushalten. Überhaupt klingt beim Telefonat keine Verzweiflung, sondern eher Gelassenheit und Hoffnung durch, dass in naher Zukunft alles wieder gut sein wird. Mit den Dingen des täglichen Bedarfs wird Familie Kerres durch den am Ort wohnenden Neffen versorgt: „Wir verabreden per Anruf, wann er eine Tasche mit Einkaufsliste und Geld bei uns vor der Tür abholen kommt“, erzählt Heinz Kerres. Anschließend stellt der Neffe die gewünschten Besorgungen wieder ab. „So erfüllen wir das Kontaktverbot. Das ist alles wirklich gut geregelt“, sagt Heinz Kerres. Das Ehepaar hat drei Kinder und fünf Enkel – sie wohnen weit weg: „Im Schwarzwald, am Bodensee und im Hunsrück“, zählt Margot Kerres auf. Aber alle rufen täglich an – sozialer Kontakt läuft in der Corona-Zeit eben anders ab. Auch die wöchentlichen Kirchenchorproben fehlen Familie Kerres – dafür freuen sie sich über telefonische Nachfragen anderer Mitglieder. Anfang März waren Margot und Heinz Kerres zwei Wochen auf Teneriffa und hatten „wahnsinniges Glück“, am 17. März noch heil zurückzukommen. Sie richten ihr Augenmerk auf die Zukunft, denn im August wollen sie ihre eiserne Hochzeit (65 Jahre verheiratet) feiern.