Kaarst: Seniorenzentrum am Dreeskamp geplant

Antrag von CDU und FDP : Seniorenzentrum am Dreeskamp geplant

Dass es in Kaarst viele Senioren gibt, ist kein Geheimnis. Dieser Entwicklung wollen CDU und FDP nun Rechnung tragen und auf der Fläche „Alte Heerstraße/Broicherhofstraße“ einen Pflege- und Seniorenstützpunkt etablieren.

CDU und FDP wollen am Standort Dreeskamp einen Pflege- und Seniorenwohnstützpunkt etablieren. Und zwar auf der im Bebauungsplan für ein Pflegeheim beziehungsweise betreutes Wohnen festgesetzten Fläche „Alte Heerstraße/Broicherhofstraße“. Einen entsprechenden Antrag platzieren die Fraktionen in der Sitzung des Sozialausschusses am 19. September.

Der Plan: Im Zuge des Pflege- und Seniorenwohnstützpunktes soll in einem Verbundsystem ein vielfältiges Angebot von ambulanten, teilstationären und vollstationären Pflegeangeboten sowie verschiedenen Seniorenwohnformen und Quartiersangeboten geschaffen werden.

Im Einzelnen sollen mindestens die nachfolgenden Aspekte Berücksichtigung finden: 30 bis 40 betreute Wohngruppen, zwei ambulante Wohngruppen mit jeweils bis zu zwölf Bewohnern, Tagespflege für 15 bis 20 Gäste, vollstationäre Pflegeeinrichtung für 80 Bewohner, zehn solitäre Kurzzeitpflegeplätze, Stützpunkt eines ambulanten Pflegedienstes sowie ein Quartiersstützpunkt als Anlaufstelle und Treffpunkt für Nachbarschaftshilfe und bürgerschaftliches Engagement.

„Wir haben in Kaarst eine demografische Entwicklung, die uns in eine Situation bringt, dass wir zusätzliche Pflege-Einrichtungen brauchen“, begründet Günter Kopp, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Kaarst.

Für die Realisierung eines derartigen Konzeptes sind aber diverse Abstimmungen, vor allem mit dem Rhein-Kreis, erforderlich, um zu einer rechtssicheren Vergabe sowohl des Grundstückes als auch der Betreiberauswahl zu gelangen. CDU und FDP wollen die Verwaltung beauftragen, in Abstimmung mit dem Kreis die dafür notwendigen Vorbereitungen zu treffen und die Beschlüsse der zuständigen Gremien einzuholen, falls erforderlich.

„Das Thema Dreeskamp ist seit 2011 in der Diskussion, weil zu diesem Zeitpunkt ein Bebauungsplan gemacht worden ist, der eine vierte vollstationäre Einrichtung vorsieht“, sagt der Kaarster CDU-Chef Lars Christoph. Wegen Änderungen landesgesetzlicher Regelungen und der Finanzierung derartiger Einrichtungen führten die im Anschluss an die Verabschiedung des Bebauungsplanes angestoßenen Anstrengungen zur Umsetzung aber nicht zu einer Realisierung. Die Fläche liegt daher noch heute – mehr als sieben Jahre später – brach.

„Die Realisierungschancen stehen nicht schlecht“, sagt Christoph. Schließlich habe der Rhein-Kreis 2017 die Örtliche Planung auf Grundlage des neuen Landespflegegesetzes auf den Weg gebracht. Daraus sei zu entnehmen, dass der Bedarf für weitere vollstationäre Einrichtungen in Kaarst gegeben sein kann. Im Detail wird dies aber durch eine verbindliche Bedarfsplanung festzustellen sein, die laut Vorlage des Sozial- und Gesundheitsausschusses des Kreises vom 17. Mai 2018 in der zweiten Jahreshälfte vorbereitet wird. Ein entsprechender Beschluss soll im Dezember gefasst und zum 1. Januar 2019 wirksam werden. Laut CDU und FDP ist es wahrscheinlich, dass dabei der Bedarf einer weiteren vollstationären Pflegeeinrichtung festgestellt wird. „Das wäre die Grundlage, dass es weitergehen kann“, so Lars Christoph, der hofft, dass wenn alles fristgerecht abläuft, Anfang 2020 erste Baumaßnahmen stattfinden.

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