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Kaarst: Seniorenbeirat wirbt um Akzeptanz

Gremium in Kaarst in der Kritik : Seniorenbeirat wirbt um Akzeptanz

Der Seniorenbeirat der Stadt hatte es in den vergangenen Jahren nicht gerade leicht. Durch persönliche Animositäten sind einige Mitglieder ausgetreten. Doch diese Zeiten sollen nun vorbei sein, im September stehen Neuwahlen an.

Die Bevölkerung der Stadt Kaarst ist im Durchschnitt recht alt. Mehr als 30 Prozent der Bürger sind 60 Jahre oder älter. Damit auch diese Bürger in den Planungen berücksichtigt werden, gibt es seit 2015 den Seniorenbeirat. Deren Mitglieder sitzen in Ausschüssen und können selbstständig Anträge stellen, um das Leben der Senioren lebenswerter zu machen.

Diese Arbeit hat in den vergangenen Jahren nicht so geklappt, wie es sich alle Beteiligten vorgestellt hatten. Von den ursprünglich neun Beiräten sind heute noch sechs im Amt. „Es wurde gestritten, bis der Vorsitzende und vier weitere Mitglieder gesagt haben, wir treten aus. Das war ein Hammer“, sagt Stranz. Das war vor rund zwei Jahren. Manfred Stranz und Mandred Schmidt haben sich damals bereit erklärt, den Seniorenbeirat aufrecht zu erhalten. Seitdem ist ein bisschen Ruhe eingekehrt – bis jetzt. Im vergangenen Hauptausschuss wurde über den Beirat diskutiert. Christian Gaumitz habe sich vom Seniorenbeirat „mehr versprochen“. Was genau, wissen Stranz und Schmidt nicht, einer Einladung zum Gespräch ist er bislang nicht gefolgt.

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Dabei hat der Seniorenbeirat einige Dinge angestoßen. Das frühere Gewerbegebiet in Holzbüttgen, wo einst eine Likörfabrik stand, soll in Sozialwohnungen umgewandelt werden. Auch Veranstaltungen für Senioren werden vom Beirat organisiert, beispielsweise eine Weihnachtsfeier, Vorträge oder aktuell auch die Beschaffung von Schutzmasken. „Wir würden uns über eine aktivere Unterstützung der Verwaltung freuen“, sagt Stranz. Die Diskussionen im Hauptausschuss werfen nun erneut ein schlechtes Licht auf den Seniorenbeirat – und das wenige Monate vor der Wahl im September. „Der Seniorenbeirat ist ein wichtiges Gremium. Wir spüren einen Imageverlust“, so Stranz. In anderen Kommunen sei der Seniorenbeirat ein wichtiger Bestandteil des Zusammenlebens, das soll nach Wunsch von Schmidt und Stranz auch in Kaarst so werden. „Das Ende des Beirats wäre ein Verlust für die Stadt“, glaubt Stranz: „Wir können über öffentlichen Nahverkehr diskutieren, Vorträge über Themen, die Senioren beschäftigen, halten.“

Auch die Stadt sieht im Seniorenbeirat ein „wichtiges Gremium“. „Er kann und soll das Ohr und die Stimme der älteren Kaarster sein. Deshalb bin ich von der Idee und Zielsetzung des Seniorenbeirats überzeugt“, sagt Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. Es gehe darum, die Bedürfnisse und Ideen der Senioren mit politischem Wirken zu verknüpfen. Nienhaus: „Hier wünsche ich mir für die Zukunft mehr Mitwirkung. Punktuelle Initiativen, wie sie von den Mitgliedern des Seniorenbeirates für unsere Senioren initiiert wurden, können nur ein Aspekt der Arbeit des Seniorenbeirats sein.“ Nienhaus bedauert, dass es auch interne Auseinandersetzungen gab, die „nicht hilfreich waren“. Allerdings ist für Nienhaus mit Blick auf die Zukunft des Seniorenbeirats eine „dauerhafte Begleitung aller relevanten politischen Prozesse in unserer Stadt von Bedeutung, um daraus wichtige Impulse heraus abzuleiten“. Bei der anstehenden Wahl im September hofft sie darauf, dass viele Senioren für dieses Gremium kandidieren – und der neue Seniorenbeirat von möglichst vielen Stimmen getragen wird, „um bei einem Neustart den notwendigen Rückenwind mitzunehmen“.