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Kaarst: Seniorenbeirat fordert Taxifahrten für Senioren

Beirat in Kaarst : Seniorentaxi für Menschen ab 65 gefordert

Der Kaarster Seniorenbeirat hat einen erneuten Vorstoß gewagt und einen Antrag für ein Seniorentaxi gestellt. Damit sollen Menschen ab 65 Jahren und Behinderte mit einem Taxi zum Pauschalpreis im Kaarster Stadtgebiet von A nach B gefahren werden.

Die Preisvorstellung des Seniorenbeirats liegt bei fünf Euro pro Fahrt. Dazu müsste mit den Taxiunternehmen ein pauschaler Fahrpreis ausgehandelt werden – sollte die Fahrt mehr als fünf Euro kosten, würde die Stadt die Differenz bezahlen. Außerdem sollen Senioren und Behinderte bei der Stadtverwaltung Fünfer- und Zehnerkarten für 25 und 50 Euro erwerben können.

Das Projekt soll vorerst für ein Jahr getestet werden. Sollte es positive Rückmeldungen geben, könne man die Laufzeit verlängern. „Es sind gibt in Holzbüttgen, Büttgen und Vorst viele Senioren, die nicht von A nach B kommen. Einige waren auch schon bei mir in der Sprechstunde, denen sind schon 500 Meter zu viel“, sagt Manfred Schmidt, Vorsitzender des Seniorenbeirats, unserer Redaktion. So würden die Senioren besser und einfacher zu den Geschäften und Ärzten in Kaarst kommen. „Die öffentlichen Verkehrsanbindungen lassen zu wünschen übrig“, sagt Schmidt.

Gerade die Menschen aus Vorst, Büttgen und Driesch haben kaum eine Chance, mit öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kaarst zu kommen. Zudem würde ein Seniorentaxi einige Rentner dazu bringen, ihr Auto abzumelden. Die Taxifahrer wären besser ausgelastet, die Parkplatznot würde sich verringern und die Luft in der Stadt würde sauberer werden, führt Schmidt die Vorteile in seinem Antrag auf.

Bei der Politik kommt diese Idee gut an. „Die Mobilitätsmöglichkeiten für Senioren weiter auszubauen, ist ein wichtiges Anliegen, dass ich voll unterstütze“, sagt Lars Christoph, Bürgermeisterkandidat der CDU. Seine FDP-Konkurrentin Ursula Baum meint: „Es sind zu diesem Thema viele Varianten möglich, die hierbei überlegt werden sollten. Älteren Menschen wird so weiterhin die aktive Teilhabe am städtischen Leben ermöglicht und kann das Mittel für eine selbstbestimmte aktive Lebensweise und gegen eine Vereinsamung sein, ohne ein eigenes Fahrzeug weiter führen zu müssen.“

Nina Lennhof, Bürgermeisterkandidatin der Grünen, hält den Antrag für eine gute Idee, „wenn man dadurch Mobilität für Menschen ermöglicht, die ansonsten immobil sind, und es dazu beiträgt, Autos aus der Stadtmitte rauszuhalten“. SPD-Kandidat Lars Kuhlmeier glaubt, dass der öffentliche Nahverkehr noch Luft nach oben hat. „Die Idee mit dem Seniorentaxi kann einen wichtigen Beitrag für die Mobilität unserer Senioren leisten, gerade in einer Übergangsphase, bis der ÖPNV besser funktioniert“, so Kuhlmeier.