Kaarst: Seniorenarbeit der Evangelischen Kirche stellt sich neu auf

Evangelische Kirche in Kaarst : Seniorenarbeit stellt sich neu auf

Die Evangelische Kirche nutzt die Kündigung der Räumlichkeiten an der Alten Heerstraße, um das Angebot für Senioren sukzessive dezentral auszuweiten. Davon sollen vor allem die Ortsteile profitieren.

Im Juni wurde publik, dass die Evangelische Kirche das von der Stadt angemietete „Haus der Senioren“ zum Jahresende gekündigt hat. Da noch nicht genau bekannt war, wie es weitergehen sollte, kochte die Gerüchteküche. Immerhin war das Haus seit dem 16. Januar 1976 der zentrale Anlaufpunkt evangelischer kirchlicher Seniorenarbeit im Herzen von Kaarst. Nun ist die konzeptionelle Arbeit zur Neuausrichtung der evangelischen Seniorenarbeit beendet. Pfarrerin Annette Marianne Begemann, Diakonie-Kirchenmeisterin Gabriele Stiehl und die noch amtierende Leiterin des Hauses der Senioren, Karin Thierling-Müllers, machten eindeutig klar: Es geht weiter, nur anders!

Die Kündigung beruht auf zwei Tatsachen: Die Stadt plant eine Umgestaltung des Areals im Bereich Maubiscenter/Am Dreieck und Karin Thierling-Müllers (64) tritt zum Jahresende ihren Ruhestand an. Somit lag eine Neugestaltung der Seniorenarbeit nahe: „Eine gute Chance, das Angebot für Senioren sukzessive dezentral auszuweiten“, erklärt Pfarrerin Begemann. Auch wenn bis Jahresende alle geplanten Veranstaltungen im Haus der Senioren stattfinden, so werden bereits ab September Gruppen in die Gemeindezentren von Kaarst, Büttgen, Vorst und Holzbüttgen umziehen: „Es laufen mehrere Dinge parallel“, so Karin Thierling-Müllers, die die Neuausrichtung noch bis zu ihrem Abschied am ersten Advent begleiten wird.

Ab März gab es entsprechende Befragungen der haupt- und ehrenamtlichen Gruppenleiter, welchen Standort sie bevorzugen: „Jede Gruppe konnte sagen, wohin sie wollte. Es wurde ein Belegplan ‚gestrickt‘“, so Thierling-Müllers. Zwar gab es auch schon in der Vergangenheit Veranstaltungen in den diversen Ortsteilen, jedoch konzentrierten sich die meisten auf das Haus der Senioren. Das wird nun anders. „Jeder Standort ist für die dort Wohnenden gut zu erreichen und mit geringem Fußweg verbunden“, so Pfarrerin Annette Marianne Begemann. Da der Großteil der bestehenden Gruppen in der Innenstadt bleiben möchte, kündigte die Gemeinde der SPD-Fraktion, die die Räume neben der Kirche nutzte und machte Eigenbedarf geltend. Die Partei ist inzwischen zur Badeniastraße gezogen. Nach einer Renovierung können diese Räume nun ab Herbst für die Seniorenarbeit genutzt werden. Das Wichtigste: Es wird aktuell die Stelle einer hauptamtlich tätigen Kraft aus dem Bereich Sozialarbeit/-pädagogik zum 1. Januar 2020 gesucht, die die Seniorenarbeit im gesamten Kaarster Stadtgebiet betreut und sich auch professionell um die Ehrenamtler kümmert. In jedem Ortsteil wird sie an einem festen Tag Präsenz zeigen: Montags in Vorst, dienstags in Büttgen, mittwochs in Kaarst-Mitte und donnerstags in Holzbüttgen. Freitags wäre sie dann im offiziellen Büro im Gemeindezentrum in Büttgen an der Novesiastraße anzutreffen, das die „logistische Basis“ darstellt. So der vorläufige Plan. Durch die Dezentralisierung der Seniorenarbeit hofft das Presbyterium auf eine Ausweitung des langfristigen Angebots und auf Gewinnung neuer Ehrenamtler. Außerdem könne man nochmal eine ganz andere Präsenz zeigen: „Es gibt Raum für selbst orientierte Gruppen. Die Angebote dienen Gemeindemitgliedern und Senioren jeglicher Ausrichtung“, betont Seelsorgerin Begemann.

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