Mitgliederzuwachs trotz Corona Segelclub erhält 170.000 Euro Förderung

Kaarst · Das Geld aus dem Landesprojekt „Moderne Sportstätten 2022“ wird in die Außenanlage, eine neue Steganlage und ein Inklusionsboot investiert.

 Die Mitglieder des Kaarster Segelclubs tragen die Einzelteile des neuen Bootstegs ans Wasser.

Die Mitglieder des Kaarster Segelclubs tragen die Einzelteile des neuen Bootstegs ans Wasser.

Foto: Kaarster Segelclub

Im Naherholungsgebiet Kaarster See hat am vergangenen Samstag wieder reger Betrieb geherrscht. Der Kaarster Segelclub (KSC) hielt seine Mitgliederversammlung ab und bereitete die Anlage auf die neue Saison vor, die am kommenden Wochenende mit dem Ansegeln beginnt. Der KSC-Vorsitzende Tom Hanna (52) konnte sich freuen: Sein Verein erhält rund 170.000 Euro aus dem NRW-Landesprojekt „Moderne Sportstätten 2022“. „Das Geld wird in die Umgestaltung des Außengeländes investiert, zudem schaffen wir ein neues Inklusionsboot an“, erklärt Hanna im Gespräch mit unserer Redaktion. Das Inklusionsboot soll auch Menschen mit Handicap das Segeln ermöglichen. Weiterhin bekommt der Verein eine behindertengerechte Toilette und einen barrierefreien Zugang zum Gelände.

Bereits am Samstag wurde der neue Bootssteg zu Wasser gelassen. Der alte wurde nach vielen Jahren ausrangiert, weil er morsch war. „Um die neue Anlage in die Natur einzupflegen, ist sie aus Holz, nicht aus Edelstahl“, erklärt Hanna. Die Schwimmkörper für den 3,5 Tonnen schweren und rund 40.000 Euro teuren Steg kommen aus Litauen, das Holz aus Tschechien. Eingebaut hat es ein Zimmermann aus der Region, wie Hanna erklärt.

Zudem wird ein neues Motorboot angeschafft, dazu steht der Verein mit Lieferanten in Verhandlungen. Im nächsten Jahr werden drei neue Ausbildungsjollen angeschafft, die noch einmal zusätzlich 53.000 Euro kosten. Der Verein muss 25 Prozent der Förderung in Eigenleistung übernehmen – kann dies aber auch durch Arbeitsstunden „bezahlen“. Und genau das macht der KSC. Jedes Mitglied ist verpflichtet, zehn Arbeitsstunden im Jahr zu leisten. „Wer will, kann auch mehr Stunden arbeiten“, sagt Hanna. Diese Maßnahme sei förderlich für das soziale Miteinander.

Auch im Hinblick auf die Mitgliederzahlen gibt es positive Nachrichten. Beim KSC sind rund 460 Mitglieder gemeldet. Anfangs hat die Corona-Pandemie noch dafür gesorgt, dass viele Mitglieder ausgetreten sind. Doch das hat sich mittlerweile komplett gedreht. „Wir verzeichnen einen Mitgliederzuwachs, 2021 und 2022 sind 15 neue Mitglieder hinzugekommen“, erklärt Hanna. Besonders stolz ist der Vorsitzende auf die Jugendarbeit im Verein. Diese sei vorbildlich. Zwar müsse die Jugendarbeit über die Beiträge der erwachsenen Mitglieder finanziert werden, doch Hannas Credo lautet: „Die Jugend soll profitieren, auch wenn das kostet.“ Hanna selbst ist mit Leib und Seele Jugendtrainer. Der selbstständige Handwerksmeister hat im vergangenen Jahr den Vorsitz des Vereins von Norbert Vander übernommen, zuvor war er viele Jahre zweiter Vorsitzender.

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