Kaarst: Schüler geben der Demokratie ein Gesicht

Kaarster gründet Initiative: Schüler geben der Demokratie ein Gesicht

Die Oberstufe des Albert-Einstein-Gymnasiums hat bei der Initiative des Kaarsters Sven Lilienström mitgemacht.

Tim ist der erste von sieben Schülern, der das Wort ergreift. „Deutschland lebt von jungen Menschen, deshalb finde ich es wichtig, dass auch ihre Meinung zur Demokratie gehört wird“, sagt der 17-jährige Schüler des Albert-Einstein-Gymnasiums. In die gleiche Kerbe schlägt auch Pia (17): „Es ist eine Chance für uns Schüler, zu diesem wichtigen Thema gehört zu werden. Wann bekommt man sonst so eine Gelegenheit?“

Sven Lilienström gibt den Schülern die Möglichkeit, Stellung zur Demokratie zu beziehen. Der Kaarster hat 2017 die Initiative „Gesichter der Demokratie“ ins Leben gerufen und seitdem unter anderem CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach oder EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker interviewt. Neben den Politikern ist es Lilienström aber auch wichtig, anderen Menschen eine Stimme zu geben. „Ich möchte auch Menschen aus anderen Bereichen wie der Politik dabei haben“, sagt Lilienström unserer Redaktion. So hat er beispielsweise auch den Kabarettisten Olaf Schubert oder Doku-Soap-Star Daniela Katzenberger befragt. „Die Initiative setzt sich für die Stärkung von Demokratie, Pluralismus und Pressefreiheit ein und möchte auf die zunehmenden Gefahren von Protektionismus und partiellem Nationalismus aufmerksam machen“, erklärt Lilienström. Doch warum befragt er gerade Schüler? „Schulen sind ein Raum für gelebte Demokratie. Als Mikrokosmos der Gesellschaft tragen Schulen entscheidend zur Demokratiebildung und Wertevermittlung bei. Werte, die wir in Zeiten von Populismus und Abschottung verteidigen müssen“, erklärt er.

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Sieben Schüler haben sich den Fragen gestellt – stellvertretend für die Oberstufe bilden sie eines der bislang 40 Gesichter der Demokratie. Lilienström wollte unter anderem wissen, wie gefährlich Falschmeldungen für die Demokratie sind und wie sich die Schüler davor schützen, auf „Fake News“ hereinzufallen. „Weil die Meldungen unglaublich schnell veröffentlicht werden, fehlt teilweise eine gründliche Recherche. Da kann man auch drauf reinfallen. Selbst als jemand, der eher ein bisschen kritischer mit den Medien umgeht“, sagt Tim.  Eine weitere Frage zielt auf die Nutzung von Facebook, Youtube oder Twitter ab. Sind soziale Medien gut oder schlecht für die Demokratie? Torben (17) antwortet: „Ich finde soziale Netzwerke sind gut für die Demokratie, weil jeder seine Meinung äußern kann. Egal ob links, rechts oder in der Mitte – es gibt keine Grenzen. Klar gibt es auch viel Hass in den sozialen Netzwerken. Aber trotzdem hat jeder die Chance, seine Meinung frei zu äußern und auch Dialoge mit Menschen zu führen, die man noch gar nicht kennt.“

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