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Kaarst: Schüler diskutieren mit Politikern über die Zukunft Europas

Podiumsdiskussion am Einstein-Gymnasium in Kaarst : Schüler kritisieren Politiker Phrasen

Bei einer Podiumsdiskussion am AEG wurde über die Zukunft Europas diskutiert. Wichtig war den Schülern die Meinung der Politiker zu den „Friday-for-Future“-Demonstrationen.

Der Leistungskurs Sozialwissenschaften der Stufe Q1 des Albert-Einstein-Gymnasiums hatte Vertreter fünf politischer Parteien zur Podiumsdiskussion bezüglich der Europawahl eingeladen – und war sich später einig, dass Politiker einfach zu lange reden. Die Schüler hatten die Veranstaltung engagiert vorbereitet und verbreiteten mit selbst gestalteten Plakaten wie „Schützt das Klima und nicht euer Geld“ oder „Demokratie heißt Herrschaft des Volkes“ eine Stimmung echten Interesses.

Marco Schmitz (CDU), Nilab Fayaz (Bündnis 90/Die Grünen), Daniel Rinkert (SPD), Moritz Körner (FDP) und Murat Yilmaz (Die Linke) hatten nichts dagegen, geduzt zu werden und erläuterten zunächst ihre Standpunkte. Für Körner stehen der Umgang mit der Digitalisierung und die Einigkeit der EU im Vordergrund. Rinkert pflichtete ihm bei. Die SPD setzt sich zudem für Mindeststandards im sozialen Bereich ein. Murat Yilmaz wandte sich wortreich gegen die europäische Militarisierung und forderte mehr Geld für Bildung. Marco Schmitz wünscht sich keinen weiteren Absprung von Ländern aus der EU. Nilab Fayaz erging sich in einem schier endlosen Wortschwall über Umwelt-, Arten- und Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit. Kommentar eines Schülers: „Politiker können sich nicht kurz fassen“.

Angesichts eines harten Brexit waren sich fast alle einig: Im schlimmsten Falle drohen umständliche Einreise- und Zollkontrollen und ein schwieriger Export. Nur für Murat Yilmaz ist der Brexit auch Folge des Rechtspopulismus in Europa und einer verfehlten Politik mit Waffenexporten und Aushöhlung des Sozialstaates. Moritz Körner sah gerade im Brexit eine Chance, wieder mehr Wahlbeteiligung zu fördern, denn die EU habe schließlich auch Erfolge zu verzeichnen.

Wichtig war den Schülern die Meinung der Politiker zu den „Friday-for-Future“-Demonstrationen, die durch die schwedische Schülerin Greta Thunberg berühmt wurden. Während Schmitz Proteste lieber außerhalb der Unterrichtszeit sähe und dafür Buh-Rufe erntete, stimmte Fayaz der derzeitigen Praxis zu. Körners Vorschlag: Proteste am Samstag können die Diskussion um die Schulpflicht beenden. Die Schüler schmerzte, dass sie kaum wahrgenommen würden und sich Politiker in leeren Phrasen ergingen.