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Kaarst: Regiobahn-Ausbau nach Viersen nimmt Formen an

Von Kaarst nach Viersen : Regiobahn-Ausbau nimmt Formen an

Zwischen Mönchengladbach, dem Kreis Viersen und der Regiobahn bahnt sich im Hinblick auf den Ausbau der Strecke von Kaarst nach Viersen ein Schulterschluss an. Unterstützt werden die Pläne auch von der Kaarster Politik.

Seit vielen Jahren wird über eine Streckenerweiterung der Regiobahn vom Endhaltepunkt Kaarster See bis nach Viersen diskutiert. Und jetzt steht der Plan kurz vor der Umsetzung. In einem Gespräch zwischen Andreas Coenen, Landrat im Kreis Viersen, Andreas Budde, zuständiger Beigeordneter für die Planung des Ausbaus, und Heiner Cöllen, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Kreis-CDU und Aufsichtsratsvorsitzender der beiden Regiobahn-Gesellschaften, bahnt sich ein Schulterschluss an. Und zwar zwischen den Städten Mönchengladbach, dem Kreis Viersen und den beteiligten Kommunen. Mit der Verlängerung der Strecke würde der Straßenverkehr massiv entlastet werden und die Bürger würden profitieren.

„Die S28 ist für uns nach wie vor eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte“, machte Andreas Coenen deutlich. Der Kreis Viersen hat in der Vergangenheit mehrfach Untersuchungen zur Umsetzung des Ausbaus in Auftrag gegeben. Doch aufgrund des Widerstands aus Mönchengladbach, wo ein Teil der Strecke verlegt werden würde, kam es bislang noch nicht zur Umsetzung.

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„Die Regiobahn und der VRR als künftiger Auftraggeber stehen dem Vorhaben aufgeschlossen gegenüber“, erklärt Heiner Cöllen: „Verschiedene Gutachten bestätigen die Erforderlichkeit und Sinnhaftigkeit des Projektes. Die IHK bekräftigt den dringlichen Bedarf. Das Vorhaben ist im ÖPNV-Bedarfsplan des Landes Nordrhein-Westfalen angemeldet, der Startschuss steht also bevor“, sagt er weiter. Die Kaarster Politik würde einen Ausbau begrüßen. In einem Punkt sind sich alle einig: Ein Ausbau würde die Umwelt entlasten, weil dann weniger Autos auf den Straßen unterwegs sind. CDU-Chef Lars Christoph sieht den Ausbau als wichtigen Baustein. Aber: „Wichtig ist dabei, dass die Planungen und deren Umsetzung professionell betrieben werden. Wir haben die klare Erwartung, dass in der letzten Zeit erkennbar gewordene Probleme im Management und bei der Umsetzung der Elektrifizierung zeitnah abgestellt werden. Dies muss oberste Priorität haben“, sagt Christoph. Anneli Palmen (SPD) bedauert, dass sich der Ausbau nach Wuppertal bereits verzögert. „Wir fordern von der Regiobahn-Geschäftsführung konsequentes und transparentes Handeln und eine rasche Umsetzung aller Erweiterungspläne“, sagt sie.

Auch die FDP-Fraktion ist grundsätzlich für eine Erweiterung, jedoch sollten vorher die notwendigen Voraussetzungen geprüft werden. „Dies ist eine Sache des Managements der Regiobahn. Die Politik wird dann zu gegebener Zeit in den Gremien und Ausschüssen bei entsprechender Validität ihre Zustimmung dazu geben“, sagt der Fraktionsvorsitzende Günter Kopp. Die Grünen fordern schon seit vielen Jahren den Ausbau der Strecke in Richtung Viersen. „Daher ist es positiv, wenn sich nun auch die CDU für den Ausbau einsetzen will. Gerade die zunehmenden Pendlerströme auf den Straßen zeigen, dass wir den ÖPNV massiv ausbauen müssen“, sagt Christian Gaumitz. Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart geht die Sache nüchtern an. „Grundsätzlich begrüßen wir alle Aktivitäten zum Ausbau des ÖPNV. Die Details des Ausbauvorhabens müssen in den kommenden Monaten zwischen den beteiligten Kommunen und Kreisen erörtert werden“, sagt sie.