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Kaarst: Realschul-Aula wird zum Kinosaal

Umzug aus dem Einstein-Forum in Kaarst : Realschul-Aula wird zum Kinosaal

Wegen der Sanierung des Einstein-Forums zieht das Kino Kaarst an die Halestraße. Am Mittwoch ist Feuertaufe.

Die Nerven von Klaus Stevens lagen zwischenzeitlich richtig blank. Denn bereits vor einem Jahr hatte der ehemalige Kulturmanager der Stadt mit den Umzugsplanungen seines „Babys“, dem Kino Kaarst, begonnen. Doch erst in dieser Woche war alles fertig. „Das hat mich viele Nerven gekostet“, sagt Stevens. Doch nachdem am Montag noch die letzten Arbeiten beendet wurden – der Trockenbauer musste noch ein paar Wände verputzen und der Projektor unter die Decke gehängt werden – kann Stevens wieder beruhigt schlafen. Der Weg dahin war jedoch steinig.

Denn die Aula an der Halestraße wird von zahlreichen Vereinen genutzt, unter anderem der Narrengarde Blau-Gold. „Der Hausmeister hat mir gesagt, dass die eigentlich rund um die Uhr besetzt ist“, sagt Stevens. Normalerweise wäre er an dem eigentlichen Kino-Termin am Mittwoch gar nicht reingekommen, doch das Gebäudemanagement, was für die Vermietung zuständig ist, hat die Vereine angesprochen. Diese haben sich dann dazu bereit erklärt, die Aula an einem anderen Tag zu nutzen, eine mündliche Zusage lag also vor. Doch die Verwaltungsspitze wollte eine schriftliche Bestätigung haben – und bis die Vereine diese ausgefüllt haben, sind acht lange Monate vergangen. „Dann war zumindest der Mittwoch schonmal gesichert“, so Stevens. Doch es gab weitere Probleme: Es musste ein Platz für den Projektor gefunden werden, a) der aus brandschutztechnischen Gründen nicht in den Wandschrank, der in der Aula zur Verfügung steht, eingebaut werden durfte und b) in einem abschließbaren Raum untergebracht werden, damit er nicht geklaut wird. Auch dafür wurde eine Lösung gefunden, der Projektor wurde unter die Decke gehängt. Am Mittwoch vor der ersten Vorführung wird er installiert. Zudem hat es noch Probleme mit dem Server gegeben, der während der Vorführung ständig mit dem Projektor kommuniziert. „Der ist einfach zu laut, da haben sich im Einstein-Forum teilweise schon die Leute beschwert“, sagt Stevens. Da es in der Aula keine weiteren Räumlichkeiten gibt, wurden Schalldämpfplatten besorgt, die das Gerät leiser machen sollen.

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Wenn dann um 17 Uhr der erste Film in der neuen Spielstätte anläuft, ist Stevens zufrieden. Gezeigt wird der Streifen „Vice – der zweite Mann“, in dem der politische Aufstieg von Dick Cheney als zweiter Mann neben dem US-Präsidenten George W. Bush zu einem der mächtigsten Politiker der Welt geschildert wird. Doch so viele Besucher wie im Einstein-Forum finden in der Aula keinen Platz. „Wir müssen leider mit 150 Sitzplätzen auskommen“, sagt Stevens – bislang waren es immer rund 400 Plätze. Teilweise war das Kino sogar ausverkauft. „Es kommt immer auf den Film an“, sagt Stevens. Insgesamt 9000 Besucher kamen im vergangenen Jahr. „So viele hätten andere Kinos auch gerne“, sagt Stevens nicht ohne Stolz.