Nachhaltiger Einkaufsladen in Holzbüttgen Unverpackt-Laden sucht weiter Nachfolger

Holzbüttgen · Bis sie einen Nachfolger gefunden hat, wird Christiane Theissen den Unverpackt-Laden weiterführen. Es hat bereits Interessenten gegeben, die sich aber den Schritt in die Selbstständigkeit nicht trauen.

Christiane Theissen sucht noch immer nach einem Nachfolger für den Unverpackt-Laden in Holzbüttgen.

Christiane Theissen sucht noch immer nach einem Nachfolger für den Unverpackt-Laden in Holzbüttgen.

Foto: Andreas Woitschützke

Nach dem letzten Bericht über ihren „Randvoll - Unverpackt“-Laden ist Inhaberin Christiane Theissen oft angesprochen worden, ob sie denn tatsächlich schließen wird. „Ich habe in Gesprächen und auch auf Social Media immer deutlich gemacht, dass ich den Laden nicht schließen werde“, erklärt sie nun im Gespräch mit unserer Redaktion: „Das kam bei vielen Kunden allerdings nicht an. Ich bin auf der Suche nach einem Nachfolger, der das Inventar und im besten Fall auch das Konzept übernimmt“.

Denn gerade das Inventar sei eine signifikante Investition gewesen, wie Theissen erklärt: „Ich suche jemanden, der den Unverpackt-Laden mit Herz und Seele weiterführt.“ Es kämen zwar immer wieder Interessenten, die allerdings entweder nur die Räumlichkeiten übernehmen wollen oder sich den Schritt in die Selbstständigkeit nicht zutrauen. „Es ist ein Schritt, der Mut erfordert, ein Sprung ins Ungewisse, die Aufgabe eines sicheren Jobs“, sagt die Inhaberin. Kürzlich waren zwei Interessenten da, die sich sogar die Zahlen haben vorlegen lassen, doch seit mehreren Wochen haben sie sich nicht mehr gemeldet. Die Nachfrage der Kunden sei im Vergleich zu Beginn des Jahres gestiegen. Vor allem das Geschäft mit dem Hinkel-Brot laufe sehr gut. Auch optimiert sie kontinuierlich das Sortiment, was zu mehr Einnahmen führt.

Dabei ist die Branche nach Angaben des Verbandes der Unverpackt-Läden „unter Druck“. Das belegen Zahlen aus 2022. Von Juli bis einschließlich Dezember haben 38 Unverpackt-Läden mit Verbandsmitgliedschaft geschlossen – dagegen gab es 16 Ladeneröffnungen im selben Zeitraum. Die Unverpackt-Läden seien mit Herausforderungen konfrontiert, die auch andere Akteure des Einzelhandels sowie des Lebensmitteleinzelhandels spüren. „Es handelt sich also nicht um eine Krise des unverpackten Einkaufens“, so der Verband.

Die Verbraucherpreise im Lebensmittelbereich steigen, Konsumenten reagieren mit Kaufzurückhaltung oder Verzicht bei bestimmten Produkten. 30 Prozent der Verbraucher geben an, weniger Bioprodukte zu kaufen, 21 Prozent weniger regionale Lebensmittel (Quelle: Konsummonitor Preise des Handelsverbands Deutschland). „Sowohl Bio-Lebensmittel als auch regionale Produkte sind in Unverpackt-Läden sehr stark vertreten. Auch Sonderangebote und Eigenmarken werden verstärkt gekauft. Davon profitieren vor allem die Discounter“, teilt Unverpackt e.V. mit.  Ein weiteres Problem sei die Verlagerung in den Online-Handel. „Dies hat indirekt Auswirkungen auf das unverpackte Einkaufen, wird es doch oft mit dem Bummel durch die Stadt verbunden“, so die Verbandssprecherin.