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Kaarst: Politik fordert Schutzstreifen auf Alter Heerstraße

Fahrradfahren in Kaarst : Alte Heerstraße - Politik will Schutzstreifen

Das Argument, die Straße sei nicht breit genug für einen Fahrradstreifen, zieht bei der Politik nicht. Stattdessen muss die Verwaltung zwei neue Varianten erarbeiten, damit die Maßnahme umgesetzt werden kann.

Für die vorletzte Sitzung des Planungs- und Verkehrsausschusses hatten die CDU und die Grünen einen Antrag an die Verwaltung gestellt, ein Verkehrskonzept für die Alte Heerstraße im Bereich zwischen der Martinusstraße und der Neuhofstraße zu entwickeln, weil die Situation dort für Fußgänger und Fahrradfahrer gefährlich sei. Den Fraktionen schwebte ein Schutzstreifen für die Alte Heerstraße vor, ähnlich wie der auf der Neusser Straße.

Im jüngsten Verkehrsausschuss nahm die Verwaltung nun Stellung zu der Idee: „Die Anlage eines Schutzstreifens ist aufgrund der fehlenden Straßenraumbreite nicht möglich“, steht in der Vorlage. Um einen Schutzstreifen anlegen zu können, muss die Straße mindestens sieben Meter breit sein – die Alte Heerstraße ist aber nur 6,20 bis 6,50 Meter breit. „Wir halten uns an die gesetzlichen Vorgaben“, erklärte Elke Anders von der Stadt dazu. Erst bei einem Vollausbau könne ein Schutzstreifen angelegt werden. Derzeit ist lediglich ein Schutzstreifen vom Dreeskamp bis zur Schwalbenstraße angelegt.

Lars Christoph (CDU) erklärte, dass seine Fraktion mit dem Verwaltungsvorschlag nicht einverstanden sei. „Die Situation für Radfahrer muss an dieser Stelle verbessert werden“, sagte er. Die Christdemokraten forderten die Verwaltung dazu auf, erneut ein Konzept zu erarbeiten, dass einen Schutzstreifen im Bereich zwischen der Martinusstraße und der Katholischen Grundschule vorsieht und den Fuß- und Radweg zu verbreitern. Zudem schlug der CDU-Vorsitzende eine freiwillige Bürgerbeteiligung zu den Verwaltungsvorschlägen vor: „Wir würden eine freiwillige Bürgerbeteiligung für sinnvoll erachten“, sagt er.

„Natürlich sind wir an Richtlinien gebunden. Aber es muss doch für gewisse Situationen Ausnahmeregelungen geben“, sagte Claude Köppe (Grüne). Es sei eine Situation, die man ohne eine Ausnahmeregelung nur schwer in den Griff bekommen würde. Horst Luhmer, Fahrradbeauftragter der Stadt, sieht in einem Schutzstreifen die „kostengünstigste und einfachste Maßnahme“. Schließlich wurde einstimmig beschlossen, dass die Verwaltung erneut zwei Varianten ermitteln soll.