Kaarst: Pink-Floyd-Konzert vor dem Jesuskreuz

„One of these“ spielt in Kaarst : Pink-Floyd-Konzert vor dem Jesuskreuz

Für ein Pink-Floyd-Konzert war es ein ungewöhnlicher Ort: In der voll besetzten evangelischen Auferstehungskirche an der Grünstraße zollte die Band „One of these“ der Formation ihren Tribut.

Vor der eindrucksvollen Kulisse des gewaltigen Kreuzes schuf die einzigartige Musik eine besondere Atmosphäre, die aufgrund der Lautstärke zwar nicht als andächtig bezeichnet werden kann, aber durchaus zum Nachdenken anregte. Dazu trugen sicher auch die in sanften Tönen gehaltenen Lichteffekte bei, die die Kirche visuell verzauberten.

Die 14-köpfige Band, die überwiegend aus Kaarstern besteht, spielte unplugged und verzichtete von daher weitestgehend auf elektronische Verstärkung. Das Publikum, wie die Band aus zwei Generationen zusammengesetzt, ging bei Songs wie „Hey you“ begeistert mit und ließ Füße und Köpfe im Takt wippen. Das Orchester überzeugte sowohl bei den Auftritten einzelner Musiker wie auch im Zusammenspiel und die Stimmgewalt des Leadsängers riss alle mit. Der außergewöhnliche Sound von Pink Floyd wurde gut umgesetzt. Gänsehautfeeling stellte sich ein, als an der Orgel beim Song „Welcome to the machine“ Unterwassergeräusche erzeugt wurden. Das geht eben nur in einer Kirche. Auch die beiden Streicherinnen riefen sphärische Geräusche durch ihre Instrumente hervor – der Superhit „Shine on your crazy diamond“ ließ beinahe vergessen, dass nicht die echte Band spielte. Hier kam zu Beginn des Songs auch wieder die Orgel zum Einsatz.

Ein so genanntes Vibraphon – dem Xylophon ähnliches Schlaginstrument – erzeugte einen einfühlsamen Klang beim Song „Echoes“ und ein Banjo ertönte bei „Poles apart“. Die Band hatte bereits im vergangenen Jahr einen überzeugenden Auftritt hingelegt – der jetzige lässt keinen Zweifel an der Qualität der Formation, die sicht- und hörbar mit Herzblut ihrem Engagement nachkommt und Lust auf weitere Konzerte an ungewöhnlichen Orten macht.

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