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Kaarst: Neuer Zaun für Kröten an der Broicher Seite

Broicher Seite in Kaarst : Neuer Zaun für Kaarster Kröten

Die Stadt hat an der Broicher Seite Kröten-Kisten entlang des 900 Meter langen Zauns aufgestellt.

Bis zu 200 Kröten sitzen in der Morgendämmerung in den Auffangbehältern, wenn Bettina Maier und Ulrike Silberbach die Deckel öffnen. Weil die Nächte bereits ungewöhnlich warm sind, hat die Krötenwanderung in Kaarst bereits begonnen. Nun sitzen sie morgens zu Dutzenden in den großen Holzkisten entlang des 900 Meter langen Zauns, der von der Stadt an der Broicher Seite aufgebaut wurde. In Kooperation mit dem Nabu hat sich die Stadt für die Kisten und gegen die üblichen Eimer entschieden. „Die Tiere haben dort drinnen einfach weniger Stress“, erläutert Bettina Maier, die bei der Stadt vor allem Umweltthemen bearbeitet.

Entlang der Waldgebiete an der Broicher Seite und an der Neersener Straße werden die Kröten in den kommenden Wochen aus ihren Erdverstecken klettern, um in ihre Laichgebiete in die angrenzenden Baggerseen zu wandern. Freiwillige Helfer sammeln noch vor dem Sonnenaufgang die Tiere entlang der Auffangzäune ein und transportieren sie eigenhändig auf die andere Straßenseite. „Würden wir dies nicht tun, endete die Wanderung für noch mehr Tiere mit dem Tod“, sagt Maier. Denn leider wird insbesondere an der Broicher Seite die geltende Durchfahrtssperre für Nicht-Anlieger immer wieder missachtet. Der Wirtschaftsweg ist eine beliebte Abkürzung im äußersten Kaarster Osten. Nach Angaben von Ulrike Silberbach wird die Wanderung erst nach dem kommenden Wochenende ihren Höhepunkt erreichen, wenn die Witterung besser wird. „Im Moment ist es noch zu kalt, die Kröten buddeln sich dann in die Erde“, sagt sie. Amphibien sind im Gegensatz zu Säugetieren wechselwarm und passen ihre Körpertemperatur der Außentemperatur an.

Auf der rund zwei Kilometer langen Strecke, die mitten durch die Kröten-Wanderroute führt, hat die Stadt jetzt die genannten 900 Meter Zaun aufgebaut. Unterstützt wurde diese Maßnahme durch das „Gemeinschaftswerk Natur und Umwelt des Rhein-Kreises Neuss“ und den Nabu-Kreisverband. Mehr als 1000 Kröten, Frösche und Molche haben sich bereits auf die Wanderschaft gemacht. Der Zaun sei laut Silberbach ein „riesiger Fortschritt“, auch wenn er nicht die ganze Strecke abdeckt. „Das hilft uns trotzdem sehr“, sagt sie. Der Nabu hat lange um die Krötenzäune gekämpft.

Der Nabu und die Stadt Kaarst suchen noch nach Helfern, die bei der Amphibienrettung mitmachen wollen. „Wir benötigen dringend Helfer, um die Tiere aus den Auffangkisten zu holen und zu den Seen zu tragen“ sagt Ulrike Silberbach vom Nabu. Interessierte melden sich bitte bei: Bettina Maier, Stadt Kaarst, 02131 987-866, bettina.maier@kaarst.de Ulrike Silberbach, NABU Kaarst, 02131 518349, ulrike.silberbach@nabu-neuss.de

(NGZ)