Kaarst: Neue Stele auf dem Martinuskunstweg eingeweiht

Einweihung in Kaarst: „Gans“ neue Stele für den Kunstweg

Auf dem Martinuskunstweg gibt es jetzt die vierte Stele: eine bronzene Gans.

Diese Gans wird nicht dem Brauch des Gänseessens zu Sankt Martin zum Opfer fallen – ihr bronzener Körper thront in luftiger Höhe. Die Einweihung der vierten Stele des Martinuskunstwegs geriet am Freitag zu einem fröhlichen Stelldichein zahlreicher Kaarster. Der 2010 gegründete Verein bemüht sich um eine künstlerische Ausgestaltung der Verbindung zwischen der romanischen Kirche Alt Sankt Martin und ihrer modernen Schwester an der Rathausstraße – sprich zwischen dem historischen und modernen Zentrum der Stadt. Herbert Comanns, erster Vorsitzender des Vereins, freute sich, nach acht Jahren wieder eine neue Stele einweihen zu können. Neben der Martinusskulptur, der Mantelteilung und der Pilgerin ist die Gans ein weiteres Symbol aus dem Leben des heiligen Martin. Der Legende nach flüchtete er vor der Wahl zum Bischof von Tours in einen Gänsestall – das Federvieh verriet ihn durch lautes Schnattern. Diesen Zorn, gestört worden zu sein und den anschließenden Verrat spiegelt die Stele nach einem Entwurf junger Künstler wider.

Umgesetzt hat ihn der Korschenbroicher Künstler Armin Küpper. Der Kontakt zu Küpper kam durch Herbert Comanns zustande. Küpper hatte seit Juli an der Gans gearbeitet. Die Kosten beliefen sich auf 9500 Euro, jeweils 4000 wurden durch den Stand des Martinuskunstwegvereins auf dem Weihnachtsmarkt im Alten Dorf und durch Spenden aufgebracht. Die stellvertretende Bürgermeisterin Brigitta Thönißen überraschte mit einem selbst verfassten Gedicht zur Gans, um sie dann feierlich zu enthüllen. Der katholische Diakon Becker und der evangelische Pfarrer Pilz – beide passenderweise mit dem Vornamen Martin – segneten die Stele ein. Sie erinnere daran, dass jeder die Verantwortung übernehmen solle, die ihm möglich sei, so Becker. Die neue Stele ist die 38. im Stadtgebiet. Bei Glühwein, Punsch und Weckmannschnitten klang der Abend aus.

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