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Kaarst: Neue Sitzbank im Vorster Wald und der Plan vom Skulpturenensemble

Vorster Wald : Neue Sitzbank soll zu Gesprächen über Kunst animieren

Es ist ein Geben und Nehmen beim Kunstverein Nordkanal: Der Verein hat jetzt das Aufstellen einer von der Bürgerstiftung Kaarst finanzierten Bank im Vorster Wald organisiert.

Im kommenden Jahr soll ein Skulpturenensemble von Wilhelm Schiefer im Vorster Wald an anderer Stelle hinzukommen. Der Vorster Künstler, von dem auch die „Brücken über den Nordkanal“ stammen, stellt seine „Türhüter“ dem Verein kostenlos zur Verfügung.

Die neue, sehr stabil wirkende Sitzbank aus Metall ohne Rückenlehne wurde jetzt gegenüber der rosa Waldarbeiterhütte aufgestellt. „Wir wollten an diesem Standort eigentlich keine Sitzgelegenheit aus Angst, wir könnten Jugendliche damit anlocken“, erklärte der Vorsitzende des Vereins „Kunstverein Nordkanal“, Markus Albiez. Leider ist auch ohne Bank das eingetreten, was Viele befürchtet hatten: Das rosafarbene Häuschen mit dem Kronleuchter aus Eislöffeln – das Kunstwerk stammt von der Krefelder Künstlerin Monika Nelles – wurde massiv mit Graffiti in Schwarz verunstaltet.

Auch die Glastür weist Spuren von mutwilliger Beschädigung in Form von Rissen auf. „Ich will mich nicht aufregen“, lautet der knappe Kommentar von Albiez angesichts dieses Vandalismus. Ursprünglich war daran gedacht gewesen, Kreide zur Verfügung zu stellen, damit Besucher des Vorster Waldes ihre Gedanken bis zum nächsten Regen auf dem Gemäuer niederschreiben konnten.  Die Bank, die Teil des Konzepts „Erzählbank“ ist, wie es sie in anderer Ausführung auch im Foyer des Kaarster Rathauses gibt, soll zum Verweilen animieren, im Idealfall auch Gespräche über Kunst in Gang setzen.

Ein anderes Kapitel: Das dreiteilige Ensemble „Türhüter“ soll im kommenden Jahr in den Vorster Wald kommen. Die drei 30 Jahre alten Skulpturen, die unter anderem im Park des Düsseldorfer Malkastens ausgestellt war, werden dem Kunstverein Nordkanal nicht nur kostenlos überlassen, Wilhelm Schiefer lässt sie derzeit auch auf eigene Kosten restaurieren. Die drei identischen, sich nur in der Größe unterscheidenden Figuren schuf Schiefer in Anlehnung an Franz Kafkas Erzählung „Vor dem Gesetz“. Anders als in der Erzählung wird künftig niemand  von den Türhütern abgewiesen. Die drei Skulpturen werden in einer Achse aufgestellt, der Betrachter entscheidet, ob er den ersten „Türhüter“ passiert, um vor dem nächsten zu stehen.