Kaarst: Neue Hoffnung für das Kunstcafé Einblick

Kaarster Integrationscafé : Neue Hoffnung für das Kunstcafé

Nachdem die Politik dagegen entschieden hat, die komplette Fördersumme in Höhe von 5000 Euro für das Kunstcafé Einblick zu verwenden, hat Inhaberin Brigitte Albrecht nun einen Antrag an das Kuratorium der Sparkasse gestellt.

So ganz hat Brigitte Albrecht den Schock noch nicht verdaut. Vor gut einer Woche wurde über die im Haushalt verankerten 5000 Euro für „integrative Einrichtungen“ entschieden, die eigentlich dem Kunstcafé Einblick zugute kommen sollten, damit sich Brigitte Albrecht eine neue Spülstation für ihr integratives Café leisten kann. Anfang des Jahres war das Veterinäramt zu Besuch und hatte Mängel festgestellt, die behoben werden müssen. „Außerdem wäre eine neue Spülstation eine Erleichterung für meine Mitarbeiter“, sagt Albrecht. Doch es waren nur 3000 Euro für das Kunstcafé freigegeben worden.

Nun gibt es berechtigte Hoffnung darauf, dass das Café doch noch die komplette Summe von 6136,24 Euro, die auf dem Kostenvoranschlag für die neue Spülstation stehen, erhält. Denn die Sparkasse fördert ebenfalls zwei Mal im Jahr Projekte, und das Kunstcafé hat nun einen Antrag an das Kuratorium der Sparkasse für die Fördermittel gestellt. Vorsitzende dieses Kuratoriums ist Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus, zudem besteht es aus gewählten Vertretern der Parteien und der Sparkasse.

Der Antrag des Kunstcafés kam aber zu spät bei der Sparkasse an – die Frist für die nächste Sitzung der Sparkassenstiftung Ende Juni ist abgelaufen. Nach Angaben der Stadt wird es am Freitag ein Gespräch zwischen Ulrike Nienhaus und Brigitte Albrecht geben. Danach wird entschieden, ob der Antrag über die Fördersumme auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung kommt oder nicht. Unterstützung erhält Brigitte Albrecht nach einem Artikel unserer Zeitung nun auch wieder aus der Bevölkerung – und von der Politik.

„Es sind jetzt wieder alle Kaarster mobilisiert. Ich denke, wir bekommen das Geld auch so zusammen“, sagt sie: „Viele Leute sagen, es ist unmöglich, was da passiert – auch die Politik.“ Finanzielle Hilfe hat Brigitte Albrecht allerdings noch nicht bekommen, lediglich ein Schütze hat ihr spontan 170 Euro gegeben. Und eine Kirchengemeinde hat sich telefonisch bei ihr gemeldet. „Es passiert im Moment ganz viel“, erklärt Albrecht. Einer ihrer Mitarbeiter ist Mitglied in der Willicher CDU und ist gerade dabei, einen Brief zu schreiben und diesen an die Integrationsbeauftragte des Bundes zu schreiben. Brigitte Albrecht findet es „schade, dass wir keine Allianz mit der Stadt bilden“.

Die Argumente, dass es noch mehr integrative Einrichtungen gibt, hält sie jedenfalls nur für vorgeschoben. Diese hätten alle andere Träger im Rücken, die die finanziellen Probleme viel einfacher auffangen könnten als sie. „Bei uns steht keine Organisation dahinter, wir müssen das alles privat finanzieren“, sagt Albrecht. Sie selbst habe schon einmal einen Kredit für das Kunstcafé aufgenommen, der immer noch läuft. „Wenn wir Geld haben wollen, müssen wir privat gucken, wie wir es bekommen. Deshalb sind wir auf die Bürger und die Stadt angewiesen“, so Albrecht.

Wann das Veterinäramt wieder vorbeikommt, wisse sie nicht. Jedoch wird sie keine Spülstation bestellen, bevor sie keine Zusage für die Fördergelder erhalten hat. Eins aber ist klar: „In den nächsten zwei Monaten brauchen wir das Geld“, sagt Brigitte Albrecht – ob mit oder ohne die Hilfe der Sparkassenstiftung.

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