Kaarst: Nele Neuhaus benutzt Namen von Facebook

Lesung in Kaarst : Nele Neuhaus benutzt Namen von Facebook

Nele Neuhaus kann nicht nur Krimi-Bestseller schreiben, sondern sie auch äußerst kurzweilig vortragen. Die Krimi-Autorin hat bei einer Lesung auf dem Tuppenhof Anekdoten aus ihrem Alltag erzählt.

Den Beweis trat sie im ausverkauften Tuppenhof an. Neuhaus war einer Einladung der Soroptimistinnen gefolgt, deren Mitglied ihre in Kaarst lebende Schwester Camilla Altvater ist. Die mit Mann und Hund angereiste Autorin präsentierte sich als eine Schriftstellerin zum Anfassen und war vom Ambiente des Tuppenhofes begeistert: „Ein Kleinod!“

Die Lesung aus ihrem neuesten Werk „Muttertag“ unterbrach sie immer wieder für interessante Einblicke in ihr Autorenleben. So erfuhren die überwiegend weiblichen Zuhörer, dass sie die Namen ihrer Protagonisten früher aus Telefonbüchern entliehen hat. Mittlerweile greift sie auf Facebook zurück und hat sich so mehr als 2000 Namen gesichert. Eingefleischte Fans wissen: Die braucht sie auch, denn in ihren Romanen wimmelt es nur so von Figuren. Amüsant erzählte sie über die Kontaktaufnahme mit der Frankfurter Rechtsmedizin und ließ bei der Lesung gruselige Details angesichts ihrer zwölfjährigen Nichte weg, bis diese dazwischenrief: „Ich habe schon viel schlimmere Filme gesehen!“. Neuhaus erinnerte sich an ihre bescheidenen Anfänge, als sie im Geschäft ihres ersten Mannes neben Wurst und Fleisch auch literarische Gehversuche an die Käufer bringen wollte. Und zu Lesungen kamen vier Leute. „Alles Verwandtschaft“, sagte Neuhaus und musste selbst darüber lachen.

Doch das gehört längst der Vergangenheit an. Die Zusammenarbeit mit dem Ullstein-Verlag klappe hervorragend, sagte Neuhaus im Gespräch. So habe er Rücksicht auf ihre Rückenprobleme genommen, bis sie wieder fit war. Und genau diese Probleme hat auch Kommissarin Pia Sander in „Muttertag“ – etwas von ihr fließe immer ein, so Neuhaus. Die zündende Idee geht auf den realen Fall eines Serienmörders zurück, der über 30 Jahre ein perfektes Doppelleben führte. Das Schreiben ist genau geregelt: Gegen 10 Uhr geht es an den Schreibtisch. „Ab 15 Uhr ist die beste Zeit, dann kommen die meisten Ideen und ich schreibe dann oft bis in den späten Abend“, berichtete sie. Als Testleser der ersten 200 Seiten fungieren ihre Schwestern Camilla Altvater und Claudia Cohen.

Für die Zuhörer im Tuppenhof las Neuhaus natürlich auch die in Kaarst und Vorst – „auf Seite 356 ist es mit F geschrieben“, bekannte sie – spielenden Szenen, woran das Publikum sichtlich Freude hatte. In der Pause signierte Neuhaus die von den Besuchern erstandenen Bücher – schließlich ist am Sonntag Muttertag. Ihr Honorar spendete sie für zwei Projekte der Soroptimistinnen und legte nochmal 1000 Euro drauf.

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