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Kaarst: Nachfrage nach Corona-Tests sinkt rapide

Testzentren in Kaarst : Die Nachfrage nach Corona-Tests sinkt rapide

Die sinkende Inzidenz im Rhein-Kreis Neuss und die neuen Regelungen in der Gastronomie und im Einzelhandel wirken sich auch auf die Testzentren aus. Die Betreiber merken, dass die Nachfrage abnimmt.

Der Betrieb im Testzentrum auf dem Kaarster Kirmesplatz war am Mittwochmorgen eher ruhig. „Wir merken die Abnahme der Testungen schon erheblich“, erklärt Claudia Peters-Hinze, Inhaberin der Broicherdorf-Apotheke, die unter anderem das Test-Drive-in auf dem Kirmesplatz betreibt. Doch gerade der Drive-in laufe vergleichsweise noch relativ gut. „Wir merken es vor allem am Standpunkt Ikea. Dort wurde die Kapazität erheblich zurückgefahren“, sagt Peters-Hinze. Rund zehn bis 15 Prozent des normalen Testvolumens würden auf dem Parkplatz des schwedischen Möbelhauses derzeit noch durchgeführt. „Bei der Apotheke merken wir es auch, allerdings ist der Einbruch dort nicht so stark“, sagt Peters-Hinze. Ihr Testzentrum vor dem Hagebaumarkt, das speziell für die Baumarktkunden aufgebaut wurde, ist vorübergehend stillgelegt – wobei die Broicherdorf-Apotheke in der Lage ist, dieses schnell wieder hochzuziehen.

Die Inzidenz im Rhein-Kreis liegt seit dem 4. Juni stets unter 35. Somit gilt für den Einzelhandel und die Gastronomie, dass die Kunden keinen negativen Test mehr vorlegen müssen, um shoppen zu gehen oder auch im Innenbereich eines Restaurants zu essen. Auch Freibäder können wieder ohne die Vorlage eines Negativ-Tests besucht werden, was gerade bei der derzeitigen Wetterlage von vielen Menschen ausgenutzt wird. Für den Kulturbereich allerdings ist die Testpflicht noch nicht aufgehoben. Bei Veranstaltungen draußen und drinnen müssen die Besucher ein negatives Testergebnis vorlegen. „Gerade an den Wochenenden sind die Menschen viel unterwegs, fahren in Freizeitparks oder Museen“, sagt Peters-Hinze. Dann ist vor allem der Drive-in gefragt. Tagtäglich werde die Wirtschaftlichkeit der Testzentren geprüft, sagt Peters-Hinze: „Wir haben unser Team sozialverträglich verringert.“ In den Testzentren haben viele Studenten gearbeitet, die sich ihren Sommerurlaub verdient haben. Für die anderen Mitarbeiter wurden flexible Arbeitszeitmodelle erarbeitet. Aber Peters-Hinze befürchtet: „Möglicherweise wird diese Entwicklung der Inzidenzen nicht nachhaltig sein, es besteht die Gefahr, dass die Entwicklung noch einmal in die andere Richtung kippt.“ Deshalb versuche die Broicherdorf-Apotheke, ihre Standorte zu halten und verfügbar zu sein, falls die Zahlen wieder nach oben gehen. „Ich denke, der Bedarf an Testungen wird nach den Sommerferien noch einmal steigen“, sagt die Apothekerin.

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Auch Daniel Görnert vom Konradius Krankenfahrdienst, welcher das Testzentrum in Vorst betreibt, merkt einen starken Rückgang der Testungen von „40 bis 50 Prozent“. Aktuell pendelt sich die Anzahl der Tests auf etwa 80 bis 90 ein. Sein Plan sieht vor, bei einer sinkenden Anzahl von Testungen den Betrieb runterzufahren. „Dann machen wir womöglich nur zwei Stunden am Tag auf“, sagt er. Im Herbst will Görnert mit seinem Team schauen, wie es sich entwickelt. „Wir sehen eine gewisse Verantwortung und Pflicht darin, das Testzentrum weiter zu betreiben. Es ist ein Angebot an die Vorster Bevölkerung, die es braucht“, so Görnert. Das Testzentrum in Vorst ist in zwei Container auf den Rewe-Parkplatz auf dem Sankt-Eustachius-Platz umgezogen, weil im Katharina-von-Bora-Haus wieder Veranstaltungen stattfinden.

Bürgermeisterin Ursula Baum stellt die Wichtigkeit der Testzentren heraus. „Die Testzentren bleiben ein wichtiger Baustein im Kampf gegen das Virus. Denn sie bieten weiterhin eine verlässliche Möglichkeit, ein Aufflammen neuer Infektionsketten zu unterbinden“, sagt Baum auf Anfrage. Und Baum richtet sich gleichzeitig an die Kaarster Bürger: „Ich rate allen Kaarstern dazu, die bestehende Infrastruktur weiterhin zu nutzen. Noch ist die Impfquote nicht hoch genug, um beim Testen nachzulassen.“ Ursula Baum stehe in engem Kontakt zu allen Betreibern der Testzentren. „Ich möchte mich für die bisherige Zusammenarbeit herzlich bedanken“, sagt sie abschließend.