70 Kaarster beteiligt Gelungene Umsetzung von Musical „Cats“ im Einstein-Forum

Kaarst · Es ist ein weltbekanntes Musical, an das sich kaum jemand herantraut. Doch der Kaarster Mark Koll hat es gewagt – und es hat sich gelohnt. Die Aufführung von „Cats“ im Albert-Einstein-Forum war ein voller Erfolg.

Die Kostüme der Mitwirkenden waren bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet, auch das Make-up passte perfekt.

Die Kostüme der Mitwirkenden waren bis ins kleinste Detail liebevoll gestaltet, auch das Make-up passte perfekt.

Foto: Georg Salzburg (salz)

„An das Musical ‚Cats‘ traut sich keiner ran“, meinte ein gut gelaunter Mark Koll am Sonntag – seine gleichnamige Musikschule sehr wohl. Insgesamt 70 Kaarster auf und hinter der Bühne brachten nicht nur das weltbekannte Stück von Andrew Lloyd Webber auf die Bühne des Albert-Einstein-Forums, sondern auch das Publikum zum begeisterten Mitgehen. Die Geschichte um eine große Katzengemeinschaft, die beim jährlichen Jellicle Ball ein Tier erwählt, das ein wiedergeborenes Leben bekommt, wurde mit großer Spielfreude, überraschenden schauspielerischen Talenten und überzeugendem Gesang umgesetzt. Die Junge Sinfonie Kaarst unter der Leitung von Christian Dominik Dellacher begleitete die Akteure sicher und umschiffte die Klippen diverser Musikstile von 12-Ton-Musik bis hin zum Jazz ohne Probleme. Unterstützt wurde sie von Mark Kolls Band.

Der Spielort Müllkippe inspirierte zur Verlegung auf den berühmt-berüchtigten Kaarster Schrottplatz, so dass das Bühnenbild fantasievoll mit ausgedienten Gegenständen dekoriert war. Die Akteure hatten sich mittels selbst genähter Kostüme und entsprechendem Make-up in äußerst lebensecht wirkende Katzen verwandelt. Besonders Gestik und Mimik kamen zum Einsatz, um die Katzenwelt mit ihren diversen Typen lebendig werden zu lassen. Das Geschehen auf der Bühne wirkte kurzweilig umgesetzt, so dass der manchmal schlecht zu verstehende Text nicht ins Gewicht fiel. Vor allem die Leistung von Sandra Nahas, die in die Rolle der Katze Grisabella schlüpfte, kann nur als überragend bezeichnet werden. Sie verkörperte die Einsamkeit, das Ausgestoßensein und die spätere Freude über ein neues Leben mit großem Einfühlungsvermögen.

Mark Koll hatte sich mit seinem Ensemble insgesamt zweieinhalb Jahre auf die zwei Aufführungen vorbereitet. Coronabedingt kam es zu einer längeren Unterbrechung. Es war kein Problem, genügend Darsteller und helfende Hände zu finden, berichtet er. Und auch die Zahlen sprechen für sich: Mit jeweils 400 Besuchern waren beide Vorstellungen restlos ausverkauft. „Und ich hätte noch pro Abend 200 Karten mehr verkaufen können“, erklärte Koll. Derzeit sei man mit Kulturmanager Dieter Güsgen im Gespräch, um eventuell eine weitere Aufführung im Frühjahr zu organisieren. Auch vier Künstler aus der Ukraine wirkten mit. Am Ende der über zweistündigen Vorstellung belohnte das Publikum alle Mitwirkenden mit Standing Ovations. Der frenetische Applaus wollte kein Ende nehmen – Lohn für einen unterhaltsamen Abend mit einer für Laien erstaunlichen Leistung.

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