Kaarst: "modus novus" bringt musikalischen Glanz in die Lukaskirche

Konzert in der Lukaskirche : Ein glanzvoller Kammerchor

Der Kammerchor „modus novus“ hat die Zuhörer in der Lukaskirche begeistert.

 Der renommierte Kammerchor „modus novus“ war zu Gast in der Lukaskirche in Holzbüttgen innerhalb der Reihe „Musik für Kaarst“. Der durch etliche Rundfunkaufzeichnungen und CDs bekannte gemischte Chor ist ein reiner Projektchor, der an sechs bis sieben Wochenenden pro Jahr und vor Konzerten aus ganz Deutschland zusammenkommt. Bevorzugte Probenstätte ist die Wolfsburg in Mülheim/Ruhr, eine Bildungsstätte des Bistums Essen. Da der Kaarster Bernhard Moormann zu den Gründungsmitgliedern 1988 zählt und bis heute aktiv ist, kam es nun zum Konzert in Holzbüttgen.

Unter dem Titel „Salve Regina“ sangen die 13 Damen und 16 Herren geistliche Chormusik aus sieben Jahrhunderten. Ein „Maria Matrem“ eines Anonymus aus dem 13. Jahrhundert war der schlichte, aber feine Auftakt, der um bedeutende Kompositionen von Anton Bruckner („Ave Maria“), Antonio Caladara („Stabat Mater“) oder Edvard Grieg („Ave maris stella“) gesteigert wurde. Der Chor kam mit der extrem trockenen Akustik der Lukaskirche wunderbar zurecht und fand zu einer prächtigen homogenen Gemeinschaft zusammen. Fritz ter Wey, der den Chor als Professor an der Hochschule für Musik in Detmold gegründet hatte, leitete mit wenigen Zeichen sehr exakt. Im Mittelpunkt standen vier bis zu sechsstimmige geistliche Gesänge aus dem Liedzyklus von Max Reger. Es war erstaunlich, wie wunderbar hier der Chor ein Ritardando vom Fortissimo bis zum leisesten Ausklang innerhalb von drei Takten gestaltete: „hat er uns all erlöst“.

Das Hauptwerk war das „Magnificat“ für gemischten Chor und Solosopran (Charlotte Schäfer), das bekannteste Werk des belgischen Komponisten Vic Nees. Den bestechenden Vortrag verfolgten auch die zehn Kinder unter den gut 50 Zuhörern höchst aufmerksam. Kantor Wolfgang Weber bereicherte das Konzert mit zwei Orgelsolowerken, darunter das „Extempore“, das der schwedische Komponist Bengt Hambraeus 1975 in faszinierender Klangsprache geschrieben hat. Dagegen musste die „süddeutsche“ Toccata eines Georg Muffat trotz mehrerer Teile verblassen.

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