Kaarst: Michael Heine ist neuer Leiter des Johanniter-Zentrums

Michael Heine folgt auf Rosel Bandt : Neuer Leiter fürs Johanniter-Stift in Kaarst

Michael Heine tritt das Erbe als Leiter des Johanniter-Zentrums von Rosel Bandt an. Der 35-Jährige geht die neue Aufgabe motiviert an.

Zwölf Jahre lang leitete Rosel Bandt das Johanniter-Zentrum in Kaarst. Zum Jahresende hat sie sich in den Ruhestand verabschiedet. Zuvor hat sie noch knapp sechs Wochen lang ihren Nachfolger mit dem Zentrum am Sandfeld vertraut gemacht. Michael Heine übernimmt eine Altenpflegeeinrichtung, die eigentlich aus drei Häusern besteht, welche räumlich und konzeptionell miteinander verbunden sind. Der 35-jährige gebürtige Klever freut sich auf seine neuen Aufgaben. Seine Motivation: „Wer zu uns kommt, für den ist es in der Regel der letzte Umzug in seinem Leben. Beim Prozess des Alterns und letztlich auch Sterbens möchte ich unsere Bewohner in Würde begleiten.“

Heine hat bereits direkt nach der Schule entdeckt, wie viel Spaß ihm die soziale Arbeit mit Menschen macht. „Ich habe meinen Zivildienst in einer Förderschule für körperlich Behinderte absolviert und gemerkt, dass ich ein gewisses Talent für diese Arbeit habe“, sagt er. In den Niederlanden studierte Heine daraufhin Sozialpädagogik und Soziale Arbeit. Bereits in dieser Zeit arbeitete er für den Landschaftsverband Rheinland (LVR) – zunächst als Praktikant, dann als Mitarbeiter in Köln und ab 2011 als Leiter einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung in Leverkusen.

Als Quartiersmanager übernahm er anschließend in Bonn die Projektleitung für das inklusive Dorf „Mitten im Leden“. Der Name stamme vom alten Ledenhof, einem kleinen Dorf, in dem behinderte Menschen wohnten, erklärt Heine. Weder das Konzept noch die Bauten seien zeitgemäß gewesen. So sei die Idee entstanden, alles abzureißen und ein neues Quartier für Menschen mit und ohne Handicap zu entwickeln und zu bauen. „Das war mein Projekt, das ich für den LVR aus dem Boden gestampft habe“, erzählt Heine stolz. Mittlerweile habe die Grundsteinlegung stattgefunden, ab 2020 sollen die ersten Bewohner im neuen Quartier einziehen.

Eine Zäsur für Heine, die ihn bewogen habe, sich auf die Stelle als Einrichtungsleiter des Johanniter-Zentrums zu bewerben. „Hier reizt mich der ganzheitliche Ansatz des Hauses“, sagt er: „Denn wir decken auf der kompletten Fläche alles ab.“ Die Angebotspalette reiche vom selbstbestimmten Wohnen über die vollstationäre Pflege bis hin zu Betreuungsplätzen für Demenzkranke.

Die Aufgaben, die Heine jetzt erwarten, sind ebenfalls breit gefächert. So muss er sich beispielsweise mit dem neuen Ausbildungsberuf zum Pflegefachmann befassen. Zum Hintergrund: Mit dem Gesetz zur Reform der Pflegeberufe werden die bisher getrennt geregelten Pflegeausbildungen für die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zusammengelegt. „Diese generalistische Ausbildung geht mit großen Umstellungen einher“, so Heine. Für das Johanniter-Zentrum ist dies deshalb bedeutsam, weil es insgesamt 17 Auszubildende in seinen drei Häusern hat.

Eine weitere große Herausforderung werde die Reform des Pflege-TÜV sein. Noch stehen die Details nicht fest, so Heine. Klar ist bislang vor allem die Absicht, dass das neue Bewertungssystem den Verbrauchern konkrete Informationen über die Lebensqualität in den jeweiligen Einrichtungen liefern soll.