Kaarst: Meerbuscher klärt über Jugendtaxi auf

In Kaarster Jugendhilfeausschuss : Jugendamtsleiter aus Meerbusch klärt über Jugendtaxi auf

Macht ein Jugendtaxi Sinn? Mit welchen Kosten ist zu rechnen, mit welchem Verwaltungsaufwand? In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses war der Meerbuscher Jugendamtsleiter zu Gast.

Die Kaarster FDP hatte einen Antrag gestellt, ein solches Jugendtaxi auch in Kaarst einzuführen. In der Nachbarstadt gibt es das schon. Peter Annacker berichtete von seinen Erfahrungen. Er gab Folgendes zu verstehen: „Bei uns ist es jetzt fast fünf Monate in Betrieb, aber wir haben es auch nicht erfunden.“ Man habe sich die Erfahrungen der Verbandsgemeinde Hachenburg zunutze gemacht.

In Meerbusch sei die Notwendigkeit eines Jugendtaxis kontrovers diskutiert worden. Da wurde die Meinung vertreten, der Öffentliche Personennahverkehr sei auskömmlich. Annacker erklärte, dass in Meerbusch 15- bis 21-Jährige das Jugendtaxi nutzen können, und zwar nur auf Meerbuscher Stadtgebiet. Sich mit diesem Taxi von der Düsseldorfer Altstadt nach Hause bringen zu lassen, funktioniert also nicht. 50 Prozent der Fahrtkosten werden erstattet. „Jugendtaxifahrt“ müssen die jungen Leute sagen, wenn sie sich ihr Taxi rufen. Wenn das Taxi vorfährt, müssen sie ihren Ausweis vorzeigen. Ein Meerbuscher Taxiunternehmer stellt am Wochenende von 23 bis drei Uhr morgens einen Fahrer samt Wagen zur Verfügung. „In vier Monaten haben wir 1045 Euro bezahlt für rund 100 Fahrten, das ist ein vergleichsweise geringer Betrag“, sagte Peter Annacker. Rund 25 Fahrten wurden also pro Monat abgerechnet, Annacker hätte mit einer größeren Resonanz gerechnet. Zudem zeichne sich schon jetzt ab, dass es überwiegend dieselben jungen Leute sind, die von dem Angebot Gebrauch machten.

Die Sammelrechnung geht einmal im Monat im Osterather Rathaus ein, die Daten werden stichprobenartig überprüft. Der Verwaltungsaufwand ist mit rund einer Stunde pro Monat sehr überschaubar. „Eine Ausweitung des ÖPNV-Angebots wäre deutlich teurer als das Jugendtaxi“, gab Annacker zu bedenken: