Kaarst: Linke und Piraten wollen Familienhilfeplan bewerben

Förderung in Kaarst: Linke und Piraten: 5000 Euro für Familienhilfeplan

Die Fraktion fordert, das Geld für die Werbung für den Familienhilfeplan in den Kaarster Haushalt einzustellen.

Eckhart Rosemann von der Fraktionen Die Linke/Piraten hat im Hauptausschuss ein Plädoyer für den Familienhilfeplan gehalten. Warum? Weil dieser in der Kaarster Bevölkerung angeblich nicht bekannt ist. Deshalb will Rosemann den Familienhilfeplan nun bewerben und 5000 Euro dafür in den Haushalt einstellen. „Nur ein geringer Teil der Anspruchsberechtigten nimmt das Angebot bisher wahr“, sagt Rosemann. Ein Überblick über die letzten Jahre würde zeigen, dass nie mehr als 25\.000 Euro pro Jahr für den Jugendhilfeplan ausgegeben wurden und dass höchstens 150 Jugendliche pro Jahr von diesem Angebot profitiert haben. Nach Rosemanns Schätzung hätten im September 2018 rund 760 Jugendliche das Recht auf Förderung gehabt. „Damit klafft eine riesige Diskrepanz zwischen der gewollten Zielsetzung und der bisher realisierten Wirkung“, so Rosemann. Ziel der Stadt muss es sein, die Kosten für den Familienhilfeplan nicht zu senken, sondern diesen zu fördern und bekannter zu machen. „Wir schlagen Werbemaßnahmen vor“, so Rosemann. Man könnte einen Radiospot laufen lassen, Flyer nicht nur im Rathaus, sondern auch in Jugendzentren, Schulen und Kitas auslegen.

Allerdings stößt die Summe von 5000 Euro bei den anderen Fraktionen auf Unverständnis. „Es gibt Flyer in Schulen, Kindergärten und im Rathaus sowie Informationen über die Homepage der Stadt. Gleichwohl sind Schulen und Kitas wie auch die Stadtverwaltung aufgefordert, in Gesprächen möglicherweise noch gezielter auf die Förderung hinzuweisen. Das kostet aber kein Geld. Daher ist die SPD gegen eine Bewerbung des Familienhilfeplanes für 5000 Euro“, sagte die SPD-Vorsitzende Anneli Palmen. Auch Lars Christoph (CDU) würde kein weiteres Geld in die Hand nehmen. „Durch das Bildungs- und Teilhabepaket besteht seit einiger Zeit ein weiteres Förderinstrument. Dadurch ist die Nachfrage beim Familienhilfeplan zurückgegangen. Dennoch ist dieser weiterhin ein wichtiges, ergänzendes Instrument, was erhalten bleiben soll“, sagt Christoph und betont: „Weder die CDU noch – nach meiner Wahrnehmung – die Verwaltung halten den Familienhilfeplan für ein Auslaufmodell. Auch für das kommende Jahr stehen ausreichende finanzielle Mittel zur Verfügung, so dass alle Anspruchsberechtigten auch die ihnen zustehende Förderung erhalten.“ Claudia Köppe (Die Grünen) meint: „Die Kaarster Grünen befürworten ausdrücklich den Erhalt des Familienhilfeplans. Wir halten es für wichtig, dass sowohl das Sozialamt als auch das Jugendamt aktiv auf diese Bezuschussung hinweisen. Alle anderen Institutionen und Vereine sollten den Informationsflyer auslegen und ihre Mitglieder darauf aufmerksam machen.“

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