Kaarst: Lieber Mofa als Sofa

Zu Gast bei der Mofa-Schulung in Kaarst : Lieber Mofa als Sofa

Brumm, brumm! Acht Jugendliche nahmen jetzt an einer Schulung teil, die sie auf die Mofa-Prüfung vorbereiten soll.

Viele Verkehrsunfälle passieren aufgrund von Unsicherheiten und Fehleinschätzungen, besonders von jungen Fahrern. Um sie  bestmöglich auszubilden und auf den Straßenverkehr vorzubereiten, finden derzeit Mofaschulungen auf dem ADAC-Verkehrsübungsplatz Kaarst statt. Am Freitag ist der Abschlusstag.

Petra Schefer ist für die Schulsozialarbeit an der Martinusschule in Kaarst zuständig und organisiert die Schulungen seit mehr als 20 Jahren. Acht Schüler zwischen 15 und 16 Jahren nehmen teil. Zum ersten Mal findet die Schulung auf dem ADAC-Verkehrsübungsplatz statt. „Der Schulhof war nicht ausreichend nutzbar, hier auf dem Verkehrsübungsplatz können alltagsnähere Situationen simuliert werden und die Schüler richtig fahren“, erklärt Stephan Vetten von der Verkehrswacht Neuss.

„Es ist ganz wichtig, dass die Schüler ein Gefühl für die Geschwindigkeit bekommen. Bei manchen hat zweimal etwas gut geklappt und dann werden sie übermütig, weil sie denken, dass sie jetzt fahren können – da muss man dann eingreifen. Sie müssen sich und ihr Können einschätzen lernen, das ist besonders bei jungen Verkehrsteilnehmern ein Problem, weil sie sich überschätzen – die Sicherheit steht im Vordergrund“, erklärt Polizeioberkommissar Jürgen Kreuels, der als Verkehrssicherheitsberater tätig ist und die Jugendlichen ausbildet. In der Schulung erlangen die Jugendlichen das theoretische und praktische Wissen, um die Mofaprüfung erfolgreich ablegen zu können. „Vier Schüler befinden sich in der theoretischen Ausbildung, die anderen vier fahren – das wechselt dann immer“, erklärt Vetten. „Hier auf dem Übungsplatz ist die Motivation der Schüler auch direkt eine andere als auf dem Schulhof, sie sind ehrgeizig“, so Schefer. „Wenn eine Pylone beim Slalomfahren umkippt, kommt direkt der Ärger durch“, ergänzt Kreuels.

Auch den Schülern macht die Schulung Spaß. „Ich hatte keine Vorerfahrung, aber dadurch, dass wir sehr viel Fahren dürfen, lernt man das sehr schnell – und Spaß macht es auch – nur für die Theorie muss ich noch lernen“, erzählt ein Teilnehmer.

Die Verkehrswacht veranstaltet in Kooperation mit der Polizei noch weitere Kurse. Vom sicheren Schulweg für Erstklässler, über Fahrradausbildungen in Grundschulen, Unfallseminaren an weiterführenden Schulen oder Rollator- bis hin zu Pedelec-Kursen für Senioren.

Die nächste Aktion findet am 20. September auf dem Neusser Marktplatz statt. Zwischen 10 und 16 Uhr wird ein Simulator aufgebaut. Thema ist die Ablenkung durch Kleinigkeiten und die Auswirkungen auf den Straßenverkehr. „Die Testpersonen fahren in diesem Simulator ganz normal im Straßenverkehr, dann bekommen sie Aufgaben gestellt – Personen anrufen oder Aufgaben lösen – und dann passiert irgendwas. Ein Großteil wird das nicht schaffen. Das soll verdeutlichen, wie sehr man sich ablenken lässt und wie gefährlich das ist“, erklärt Vetten.

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