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Kaarst; Liberale Senioren fordern WLAN in Heimen

Liberale Senioren Kaarst : WLAN für Seniorenheime gefordert

Die Liberalen Senioren setzten sich für flächendeckendes Internet in Pflege- und Seniorenheimen ein. Laut des Bundestagsabgeordneten Otto Fricke steht das Geld für eine Umsetzung bereit.

Ein Zugang zum Internet ist heutzutage nicht nur für jüngere Menschen Alltag. Nach dem D21-Digital-Index sind 92 Prozent der Menschen zwischen 50 und 59 Jahre online. Bei den über 75-Jährigen sind es immerhin noch 52 Prozent. Diese Senioren nutzen heute bereits das Internet als Tor zur Welt. Gerade in den Corona-Zeiten kann der Kontakt zu Familie und Freunden durch die digitale Kommunikation aufrecht erhalten bleiben – egal wie weit sie voneinander entfernt sind. Mit Digitalisierung kann etwas Nähe erhalten bleiben, was gerade in diesen Zeiten  durch fehlenden persönlichen Besuch oft nicht mehr geschaffen werden kann. „Der Schutz vor Covid-19 darf nicht Auslöser anderer Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen sein, die durch Vereinsamung entstehen können“, erklärt Monika Degen von den Liberalen Senioren Dormagen.

Beate Kopp, Regionalbeauftragte der Liberale Senioren im Rhein-Kreis Neuss, weist darauf hin, dass die Möglichkeit „maßgeblich von der jeweiligen Ausstattung der Einrichtung“ abhängt, in denen die Senioren untergebracht sind. Laut einer Studien von pflegemarkt.com aus dem Jahr 2018 bieten nur 37 Prozent der befragten Heime WLAN an. 80 Prozent berechnen diese Leistung – anders als Strom, Wasser und Heizung – extra. Lediglich 28 Prozent der Heime planen in Zukunft Internet anzubieten. Die Liberalen Senioren fordern deshalb, Seniorenheime schnellstmöglich flächendeckend mit einem Internetzugang auszustatten – unabhängig von der individuellen finanziellen Situation der Bewohner.

In Gesprächen mit dem Bundestagsabgeordneten Otto Fricke erfuhren die Liberalen Senioren, dass der Bundestag der Bundesregierung im Nachtragshaushalt 55 Milliarden Euro für Covid-19-bedingte Ausgaben bereitgestellt hat. Deshalb könnte eine finanzielle Förderung für flächendeckende Internetzugänge und WLAN-Ausbau in Senioren- und Pflegeheimen nun umsetzbar sein. „Mit einem Förderprogramm von rund 70 Millionen Euro könnte man bei entsprechendem politischen Willen in den knapp 15.000 Heimen viel bewegen – und das in kürzester Zeit. Der Ball liegt im Feld der für Senioren zuständigen SPD-Familienministerin Franziska Giffey. Das Geld liegt bereit, sie muss es nur mit einem passenden Konzept anfordern“, erklärt Fricke.

(NGZ)