Kaarst: Kunden kriegen auf Wunsch keinen Kassenbon für die Umwelt

Genug von Papierbergen: Kaarster Supermarkt druckt Kassenbons nur noch auf Kundenwunsch

Weil täglich viele Kassenzettel einfach weggeworfen werden, möchte ein Kaarster Rewe die Kunden nun selbst entscheiden lassen, ob sie die Quittung gedruckt haben wollen. Auch Netto verzichtet auf die obligatorischen Belege.

Ein großer Müllsack voll Kassenbons wird jeden Tag in der Kaarster Rewe Filiale an der Neusser Straße entsorgt. Ein Bild davon hat der Supermarkt, der von der Familie Röttcher betrieben wird, nun auf seiner Facebook-Seite geteilt. „Viele Kunden lassen den Bon einfach liegen oder bitten die Kassierer darum, ihn zu entsorgen“, heißt es in dem Post. „Das ist nicht besonders nachhaltig.“

Damit soll nun Schluss sein. Denn seit Montag testet der Rewe Markt an der Neusser Straße nun den „Kassenbon auf Wunsch.“ Dabei wird nun jeder Kunde an der Kasse gefragt, ob er seinen Bon gerne haben möchte. Verneint er das, wird der Zettel gar nicht erst ausgedruckt. „Wir möchten mit der Aktion hauptsächlich einen kleinen Beitrag für die Umwelt leisten, in dem wir Müll vermeiden und Ressourcen schonen“, sagt Philip Röttcher. Allerdings gebe es einige gesetzliche Ausnahmen, in denen ein Bon Pflicht ist. „Bei allen „Wiege-Artikeln“, also zum Beispiel bei Äpfeln, kriegt der Kunde seinen Bon dazu“, sagt Röttcher.

Der Rewe Markt in Kaarst ist aber nicht der einzige Standort des Unternehmens, in dem die Quittung nur noch auf Wunsch gedruckt wird. „Generell arbeitet Rewe daran, die Bezahlvorgänge immer umweltfreundlicher und ressourcenschonender zu handeln“, sagt ein Unternehmenssprecher. Die Mehrheit der Kunden wünsche mittlerweile keinen Bon mehr. Dennoch, so sagt der Sprecher, bleibe der Verzicht auf den Kassenbon auch immer ein Balanceakt, weil nicht der Anschein erweckt werden darf, dass der Kunde aus Nachhaltigkeitsgründen in seinen Rechten beschnitten wird. Denn juristisch komme der Kaufvertrag erst an der Kasse zustande. Auch wenn die Rewe-Märkte beim Umtausch eine Kulanzregelung hätten, sei der Kassenbon immer auch ein Garantiebeleg. „Insofern erhält jeder Kunde bei Rewe, der ausdrücklich einen Kassenbon verlangt, auch in Zukunft den selbigen“, sagt der Unternehmenssprecher.

Das betont auch Philip Röttcher. „Wir werden das nun in den nächsten Wochen testen“, erzählt er. Eine Filiale, die schon seit einiger Zeit mit dem Prinzip arbeitet, ist die Rewe Filiale an der Bilker Allee in Düsseldorf. „Wir bekommen positive Rückmeldung“, sagt der stellvertretende Filialleiter. Auch im Kundenbuch, in dem Kunden ihre Wünsche notieren können, sei es positiv angemerkt wurden.

Auch andere Supermärkte setzen sich mit der Kassenbon-Thematik auseinander. Bei der Einzelhandelskette Real bekommt jeder Kunde einen ausgedruckten Kassenzettel. Ein großer Teil des Sortiments komme aus dem „Non-Food-Bereich“, sagt eine Sprecherin. Der Papierkassenbon werde deswegen häufig als Garantiebeleg gebraucht. Auch im Kaufland erhalten die Kunden nach wie vor nach dem Bezahlen ihren Papierkassenbon. Aber: „Wir stellen unsere Prozesse immer wieder auf den Prüfstand, so prüfen wir derzeit, wie wir die Kassenbons optimieren können, um den Papierbedarf zu reduzieren“, sagt eine Sprecherin.

Auch wenn Philip Röttcher nach dem ersten Testtag noch nicht sagen kann, wie viele Quittungen eingespart wurden, sind die Reaktionen unter dem Facebook-Eintrag schon jetzt positiv. „Tolle Idee“, schreiben einige Nutzer, andere freuen sich schlichtweg darüber, dass sie dann selbst weniger Müll im Portemonnaie haben.

Auch bei Netto in Düsseldorf auf der Corneliusstraße ist der Druck des Kassenbons auf Wunsch eingeführt worden.

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