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Kaarst: Künstlerguppe Salix löst sich nach 40 Jahren auf

Künstlergruppe aus Kaarst : Salix zieht die Reißleine

Einerseits ist der Versuch, neue, jüngere Mitglieder für die Künstlergruppe zu gewinnen, gescheitert. Andererseits ist die Zahl der Fördermitglieder drastisch gesunken. Nun ist das Ende besiegelt.

Im Herbst hatte die Künstlervereinigung Salix noch ihr 40-jähriges Bestehen gefeiert, an der Ausstellung in der Städtischen Galerie im Rathaus Büttgen hatten sich auch acht frühere Gastkünstler beteiligt, es war eine umfassende Festschrift erschienen. Die Ausstellung war ein Erfolg. Vor diesem Hintergrund wirkt es überraschend, dass Salix jetzt Geschichte ist. Die acht Mitglieder fassten einen entsprechenden Beschluss. Nicht alle wollten zunächst das Ende von Salix, aber auch die Zweifler mussten im Laufe der Diskussion einräumen und erkennen, dass die Vereinigung keine Zukunft mehr hat. Einerseits ist der Versuch, neue, jüngere Mitglieder zu gewinnen, gescheitert. Andererseits ist die Zahl der Fördermitglieder drastisch gesunken – Zeit, die Reißleine zu ziehen.

Dass es nach 40 Jahren Salix nicht mehr geben soll, ist für die Kaarster Kulturszene ein Schock. Die Jahresausstellung war im Bereich „Bildende Kunst“ immer ein Ereignis, vergleichbar mit der Jahresausstellung der Kaarster Künstler. Burkhard Siemsen (71), von Anfang an dabei, erlaubt sich denn auch ein wenig Sentimentalität: „Für mich ist das auch ein Stück Lebenswerk, ich war mehr als die Hälfte meines Lebens Salix-Mitglied.“ Dass sich die Vereinigung bereits seit einiger Zeit im Sinkflug befand, war ihm nicht entgangen: Von den jungen Künstlern, die als Gastkünstler hatten ausstellen dürfen, war nur Christoph Rehlinghaus (54) Mitglied geworden. Damals war er knapp über 50 und das jüngste Mitglied. Uli Mader und Klaus Fabian sind über 60, Elke Beyer, Burkhard Siemsen und Rose Köster über 70 und Wilhelm Schiefer und Klaus Büschgens sogar schon über 80. „Wir hatten uns früher jeden Monat getroffen, zuletzt nur noch alle zwei Monate und auch nicht mehr abends, sondern nachmittags, weil die Älteren Probleme hatten, bei Dunkelheit Auto zu fahren“, so Siemsen.

„Es war eine schöne und fruchtbare Zeit“, sagte Elke Beyer (75). Und sie vermutet, „dass das Format nicht mehr zeitgemäß war“. Jüngere Künstler legten nur noch wenig bis gar keinen Wert auf Vereinigungen wie diese, auf reale Treffen, auf persönliche Begegnungen. „Bei den jungen Künstlern, die wir gerne in unseren Reihen gesehen hätten, läuft mittlerweile alles auf der virtuellen Schiene ab“, bedauert Siemsen. So eine Künstlervereinigung sei auch eine Last, weil mit Arbeit und Verantwortung verbunden. „Bedauern tun wir das alle irgendwie“, sagt Beyer. Und sie erinnert sich an „tolle Aktionen“, die Spaß gemacht, aber auch viel Geld gekostet haben. Vieles sei jetzt finanziell nicht mehr möglich gewesen, nachdem die Zahl der Fördermitglieder drastisch gesunken ist.

Vorbei die Zeiten mit Aktionen wie „Grenze Nordkanal“, der Skulpturenpfad entlang der Niers sowie diverse Aktivitäten auf dem Tuppenhof. Legendär war auch der „Besondere Abend“ im Rahmen der Salix-Jahresausstellung. Was aus dem Offenen Atelier in der Pampusschule mittelfristig wird, steht noch nicht fest: Von der Möglichkeit, dort seine Arbeiten zu präsentieren und zu besprechen, machten immer noch viele unerfahrene Künstler Gebrauch. Salix hatte dieses Angebot 1987 von der VHS übernommen. Das Offene Atelier soll es noch dieses Jahr geben, „nächster Termin ist der 26. Mai um 11 Uhr in der Pampusschule“, sagt Siemsen.