Kaarst: Kritik an "sportpolitischem Dialog" der SG Kaarst

Veranstaltung der SG Kaarst : Kritik an „sportpolitischem Dialog“

Die SG Kaarst hat zu einem sportpolitischen Dialog eingeladen und will mit Politik und Stadtsportverband über den Sport in der Stadt diskutieren. Nicht bei allen stößt diese Veranstaltung auf Verständnis.

Der größte Sportverein der Stadt Kaarst veranstaltet am kommenden Mittwoch (26. Juni, 19 Uhr) im Sportzentrum an der Pestalozzistraße den ersten „sportpolitischen Dialog“ und hat dazu die Bürgermeisterin, den Ersten Beigeordneten, den Vorsitzenden des Sportausschusses und die Vertreter aller Parteien eingeladen. Auch andere Vereine dürfen rege mitdiskutieren über den Status Quo und die Zukunft des Sports in der Stadt – allerdings nicht auf dem Podium, sondern sie können sich unter die Zuschauer mischen und von dort aus mitdiskutieren. Als Moderator hat die SG Kaarst einen bekannten ehemaligen RTL-Reporter eingeladen: Dirk Reuter, mittlerweile Pressesprecher des Justizministeriums. Die SG macht also einen großen Aufriss.

Das sorgt bei einigen Akteuren für Verwunderung. Vor allem bei Axel Volker, Vorsitzender des Stadtsportverbandes (SSV), der ebenfalls zu der Veranstaltung eingeladen ist und auf dem Podium sitzt. „Wenn bestimmte Vereine meinen, die müssten mit so etwas auf den Markt gehen, dann sollen sie das machen. Für mich ist das aber eine reine PR-Aktion“, sagt Volker unserer Redaktion. Seiner Meinung nach sind eigentlich alle Themen, die an diesem Abend auf den Tisch kommen, bereits beschlossen – oder werden es noch in den zuständigen politischen Gremien. Außerdem habe die SG genug eigene Probleme in ihren Abteilungen und es seien die falschen Leute eingeladen. „Man hätte Sportpolitiker einladen müssen“, sagt Volker. Im vergangenen Jahr gab es ein Sportentwicklungskonzept, das unter anderem auch vier kurzfristige Maßnahmen für die SG Kaarst vorsieht: einen neuen Naturrasenplatz für den Sportplatz am Kaarster See, die Umsetzung einer neuen Sportstätte am Bruchweg und zwei neue Turnhallen für den Neubau an der Stakerseite und der Gesamtschule in Büttgen. Dadurch entstehen neue Kapazitäten, die auch von den Abteilungen der SG Kaarst gebraucht und später auch genutzt werden. „Es gibt ein Gremium dafür, und das ist der Sportausschuss. So eine Veranstaltung könnte für die SG Kaarst eine Nummer zu groß sein“, sagt Volker.

Die Verwaltung bestätigt auf Anfrage, der Einladung zu folgen. „Ob dieses Forum allerdings geeignet ist und ob die Erwartungshaltung der SG Kaarst dadurch erfüllt wird, wird sich an diesem Abend zeigen“, sagt Stadtsprecher Peter Böttner. Ingo Kotzian (CDU), Sportausschussvorsitzender, ist etwas „überrascht“ von diesem Termin. „Einen Tag später sitzen dieselben Personen noch einmal zusammen und sprechen über den Sport in der Stadt Kaarst in dem dafür zuständigen Ausschuss“, sagt Kotzian. Er vermutet, dass es irgendwo in der Kommunikation zwischen Verwaltung, Politik, Stadtsportverband und der SG Kaarst hakt. „Es muss ja einen Grund dafür geben, dass die SG so einen Termin ansetzt. Wo es hakt, müssen wir rausfinden“, sagt Kotzian. Grundsätzlich sei es aber immer gut, miteinander zu sprechen, schließlich haben alle Beteiligten ja das gleiche Ziel: den Sport in der Stadt unterstützen. „Und dem sollten wir unsere ganze Energie widmen“, sagt Kotzian. Günter Kopp (FDP) meint: „Wir werden sehen, wo der Zug hinfährt. Wir haben unsere Position, die wir auch vertreten. Mir ist nur wichtig, dass der Sport nicht für politische Zwecke instrumentalisiert wird“, sagt er.

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