Kaarst: Kritik an Plänen des Seniorenbeirats

Sozialausschuss in Kaarst : Kritik an Plänen des Seniorenbeirats

Seit Juli vergangenen Jahres ist Manfred Schmidt Vorsitzender des Seniorenbeirats. Jetzt stellte er im Sozialausschuss die Arbeit dieses Gremiums vor, erzählte von den Plänen – und wurde von der Verwaltung und aus den Reihen des Ausschusses gebeten, sich auf die Kernaufgaben des Gremiums zu konzentrieren.

„Hat sich das Miteinander im Seniorenbeirat verbessert?“ – diese Frage von Hans-Georg Schell (CDU) war mehr als berechtigt, nachdem nach permanenten Streitigkeiten im vergangenen Jahr fünf Mitglieder auf einmal plötzlich zurückgetreten waren. Der Seniorenbeirat der Stadt Kaarst darf aus bis zu neun Mitgliedern bestehen. Zurzeit gehören ihm aber nur sechs Senioren an, von der Ursprungsbesetzung sind noch Gerda Linden, Renate Dübbers und Heinrich Leßmann mit dabei. Manfred Stranz ist einer der drei Neuen – er ist von Amt des stellvertretenden Vorsitzenden allerdings mittlerweile zurückgetreten. Anneli Palmen (SPD), Vorsitzende des Sozialausschusses, bedauerte diesen Fakt ebenso wie Manfred Schmidt: „Wenn ich krankheitsbedingt ausfalle, gibt es niemanden, der mich vertreten kann.“

Schmidt und seine Mitstreiter sind voller Pläne – für den Geschmack von Ausschuss und Verwaltung sind es fast schon zu viele geplante Aktivitäten. Angedacht sind neben vielen anderen Unternehmungen ein Besuch der Neersener Schlossfestspiele, ein Besuch der Moschee in Zons sowie Vorträge zu Themen wie Altersarmut. Ein Arbeitskreis „Senioren“ soll das alles planen und koordinieren. Das stieß auf Kritik und Gerda Linden wiegelte ab: „Es ist noch nichts beschlossen.“ Sozialdezernent Sebastian Semmler gab seine Einschätzung als Jurist ab: „Der Seniorenbeirat kann grundsätzlich einen Arbeitskreis bilden, der dann aber der Erörterung ganz bestimmter politischer Themen dienen muss.“ Die geplanten Veranstaltungen könnten auch aus versicherungsrechtlichen Gründen problematisch sein.

„Aufgabe des Seniorenbeirats ist es nicht, in Konkurrenz zu treten zu privaten Veranstaltern und beispielsweise der Volkshochschule“, erklärte Semmler. Sein Tipp: Eine Konzentration auf die Kernaufgaben. Gemeint sind Themen in den Fachausschüssen, die alte Menschen betreffen und in die Diskussion sich der Seniorenbeirat dann einbringen kann. Die Verwaltung wird übrigens auch etwas einbringen: Ab der nächsten Sitzung stellt sie den Protokollführer.

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