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Kaarst: Kontrollen von Elterntaxis angekündigt

Strafen angekündigt : Stadt Kaarst und Polizei planen Kontrollen von Elterntaxis

Neben dem Thema der Schultoiletten wird im Schulausschuss auch immer wieder über die Elterntaxis gesprochen. Der Erste Beigeordnete Sebastian Semmler hat nun angekündigt, bald gemeinsam mit der Polizei morgens vor den Schulen zu stehen und Strafen auszusprechen.

„Ich habe das Vergnügen, Elterntaxis selbst live zu erleben. Da sind beeindruckende Fahrmanöver dabei“, erklärte Semmler. Diese Aktion sei schon länger geplant. Semmler sieht dabei die Eltern in der Pflicht, nicht die Schüler, die sich sehr gewissenhaft verhalten würden. „Was sich die Eltern vor den Schulen leisten, ist beeindruckend“ – und das meinte er keinesfalls positiv.

Der Grund, weshalb die Stadt gemeinsam mit der Polizei vor den Schulen kontrolliert, ist einfach: Das städtische Ordnungsamt ist nur für den ruhenden Verkehr zuständig, die Polizei kann auch in den fließenden Verkehr eingreifen. „Wir werden die Gelegenheit nutzen, einige deutliche Verwarnungen auszusprechen, wenn sich die Eltern unverantwortlich verhalten. Wir werden die Präsenz erhöhen“, so Semmler. Einen genauen Zeitpunkt konnte der Schuldezernent noch nicht nennen, man sei in der Feinabstimmung. Wenn alle Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen würden, sähen die Straßen anders aus. „Es kommen schon sehr viele Schüler zu Fuß“, erklärte Semmler. Doch es gibt einen gewissen Anteil an Eltern, der durch ihr rücksichtsloses Verhalten eine Gefährdungslage heraufbeschwört.

Marcel Finger (CDU) schlug vor, den Eltern als Alternative sogenannte Drop-off-Stellen anbieten können. Die Eltern wegzuschicken, ohne ihnen etwas anzubieten, sei auch nicht richtig, meint Finger. „Wir sollten schnell an allen Schulen solche Plätze finden“, sagte er. Michael Wilms, Bereichsleiter Schule, erklärte daraufhin, dass diese Zonen von den Eltern nicht angenommen würden, wenn sie von der Stadt vorgeschlagen werden. Man könne sie nur gemeinsam mit den Eltern finden. „Wenn wir einen Platz ausweisen, bleibt er leer“, so Wilms. Die Stadt arbeite an einer Lösung.