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Kaarst: Konrad Beikircher und das "Männeken Pis"

Kabarett in Kaarst : Beikircher und das „Männeken Pis“

Der Kabarettist trat mit seinem aktuellen Programm „400 Jahre Beikircher“ auf.

Dass er erst 74 Jahre alt ist, hat Konrad Beikircher nicht davon abgehalten, sein aktuelles Programm „400 Jahre Beikircher“ zu nennen. Was vor 400 Jahren passiert war: Ein Brüsseler Bildhauer hatte das „Männeken Piss“ gemeißelt, den Schutzheiligen der Kabarettisten. Da sein bestes Stück eher klein ausgefallen war, habe das Männeken den Begriff „Kleinkunst“ geprägt. Im Kern ist das aktuelle Programm genauso wie die früheren. Das ist für Beikircher-Fans höchst beruhigend. Sie wissen, dass sie mit dem Kauf einer Eintrittskarte nichts verkehrt machen. Dass die Veranstaltung ausverkauft war, ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit.

Beikircher spulte nicht einfach sein Programm ab, er ließ sich zunächst einmal über die Ausweichspielstätte, die ihm sehr gefiel und dann gleich noch über das Albert-Einstein-Forum aus, wo er nach eigenen Angaben zum ersten Mal vor 30 Jahren aufgetreten war. Trotz seines fortgeschrittenen Alters war seine Spielfreude ungetrübt. Mit Hanns-Dieter Hüsch sei er sehr gut befreundet gewesen. Dass wirkte glaubhaft, denn die beiden haben eine bedeutende Gemeinsamkeit: Sie können ihr Publikum auch mit eher leisen Tönen und seichten Themen fesseln – beiden hörte beziehungsweise hört man gerne zu.

Konrad Beikircher scheut sich nicht, auch höchst Privates zu verraten. So erzählte er, dass er sich vor einem Jahr von seiner Prostata habe trennen müssen, was eine Inkontinenz zur Folge gehabt hatte. Zum Glück gibt es auch für dieses Problem einen Schutzheiligen, den guten alten Vitus. In Veitshöchheim im Landkreis Würzburg, wo er unter anderem verehrt wird, hatte Beikircher folgendes bemerkt: „Vor der Kirche war alles nass, hinter der Kirche war alles trocken.“ In wasserdichten Sonderzügen würden auch Bettnässer an diesen Wallfahrtsort gebracht. Und was ist mit dem Männeken Piss? „Ich habe an Kardinal Meisner geschrieben mit der Bitte, das Männeken heilig zu sprechen, habe aber keine Antwort bekommen.“