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Kaarst: Kommissar warnt Senioren-Union vor falschen Polizisten

Mitgliederversammlung in Holzbüttgen : Polizist warnt Senioren vor Betrügern

Christoph Kaiser hat auf der Mitgliederversammlung der Senioren-Union über falsche Polizisten referiert.

„Zurzeit haben wir 265 Mitglieder“, verkündete Theo Thissen auf der Jahreshauptversammlung der Senioren-Union. Immerhin 45 Mitglieder wagten trotz der Corona-Krise den Weg in die Gaststätte Bischofshof in Holzbüttgen. Vorstandswahlen standen nicht auf der Tagesordnung, wohl aber ein Referat von Kriminalhauptkommissar Christoph Kaiser zum Thema „Straftaten zum Nachteil von Senioren“. Das stieß auf großes Interesse – Einbrecher sind schließlich neben Viren eine ernstzunehmende Gefahr.

Kaiser hatte sich zum Ziel gesetzt, Senioren immun zu machen gegen die Maschen der Betrüger. „Die Polizei wird Sie niemals anrufen und Ihnen mitteilen, dass Sie ihr Bargeld und ihren Schmuck abgeben müssen“, erklärte der Polizeibeamte. Auch werde auf dem Display des Angerufenen nie die 110 erscheinen – die Polizei unterdrückt ihre Nummer nämlich stets. „Hallo, rate mal, wer hier ist“: Wer nach dieser Frage den Hörer auflegt, macht alles richtig. Auch nach Gewinnversprechen beendet man das Gespräch am besten sofort.

„Ich komme hier per Zufall vorbei und sehe, dass Ihre Dachrinne kaputt ist“: Christoph Kaiser warnte eindringlich vor angeblichen Handwerkern, die an der Haustür klingeln. Wenn es zu später Stunde an der Haustür läutet, sollte man durch die geschlossene Tür erklären, dass man nicht öffnen werde. „Wenn man kein Lebenszeichen von sich gibt, kann das für den Einbrecher das Signal sein, sich Zugang in Ihr Haus zu verschaffen“, erklärte Kaiser. Er warnte auch vor übertriebener Obrigkeitshörigkeit, wie sie gerade bei alten Menschen häufig noch anzutreffen ist – das wissen die Ganoven, die sich gerne mal forsch als Polizisten ausgeben. Zuvor hatte Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus an den Senioren appelliert, „mit Ruhe und Augenmaß“ auf die Corona-Krise zu reagieren.

Landrat Hans-Jürgen Petrauschke brauchte keine hellseherischen Fähigkeiten für seine Prognose: „So eine Veranstaltung wie heute werden wir in den nächsten Wochen nicht mehr haben.“ Die bevorstehende Zeit möglichst ohne Kontakte verglich er mit einem Winterschlaf. „Bitte verlieren Sie nicht den Mut“, sagte der Landrat. Und er hob hervor, dass der Vorsitzende der Kaarster Senioren-Union, Theo Thissen, der hohen Fluktuationsrate zum Trotz wieder für den Stadtrat nominiert worden sei. Gegen hohe Infektionsraten soll der Verzicht auf das Frühstückscafé der Senioren-Union wirken. Bis auf Weiteres finden diese Veranstaltungen im Kunstcafé Einblick jeden letzten Dienstag im Monat und im Café Tockloth in Büttgen am letzten Donnerstag im Monat nicht mehr statt.