Kabarett in Kaarst „Kommissar Overbeck“ begeistert mit Krimi-Lesung

Kaarst · Roland Jankowsky hat erstmals in Kaarst eine Krimi-Lesung gegeben. Er ließ die Protagonisten der Kurzgeschichten mit unterschiedlichen Stimmen und Akzenten lebendig werden.

Roland Jankowsky war erstmals zu Gast im Albert-Einstein-Forum.

Roland Jankowsky war erstmals zu Gast im Albert-Einstein-Forum.

Foto: Wolfgang Walter

Er kann nicht nur gut schauspielern, sondern auch teuflisch perfekt vorlesen: Roland Jankowsky, der in der bekannten Fernsehserie „Wilsberg“ regelmäßig in die Rolle des Kommissars Overbeck schlüpft, begeisterte mit seiner ersten Krimi-Lesung in Kaarst.

Diese Kabarett-Stars treten 2024 in Kaarst auf
11 Bilder

Diese Kabarett-Stars treten 2024 in Kaarst auf

11 Bilder
Foto: Georg Salzburg (salz)

Das Albert-Einstein-Forum war gut besetzt und Jankowsky fand gleich einen humorigen Einstieg: „Gestern noch im Fernsehen, heute in Kaarst“, witzelte er und fragte, wer denn die Serie gucke. Als sich ein Zuschauer beschwerte, dass ihn die aufgestellte Leselampe blende, stellte Jankowsky sie ein paar Mal um und dann kurzerhand auf den Boden – da hatte er bereits die Lacher auf seiner Seite und man fragte sich, ob er überhaupt noch lesen solle, denn als Stand-Up-Comedian wäre er auch durchgegangen. Doch dann legte der Schauspieler mit dem Lesen der ersten Geschichte – das Vorgetragene stammte nicht von ihm und er nannte jedes Mal die Autoren – los und entführte die Zuhörer in die Welt der skurrilen, grotesken, mit schwarzem Humor geschriebenen Krimi-Kurzgeschichten verschiedener Autoren.

Dank exzellenter Aussprache und Nachahmen von Dialekten sowie weiblichen und männlichen Stimmen unterschiedlicher Färbungen ließ er die handelnden Figuren richtig lebendig erscheinen. Die Geschichten drehten sich zunächst um scheinbar harmlose Alltagsthemen, die dann in mörderische Überraschungen mündeten. So wie die des passionierten Jägers, der einfach nur seine Brille vergessen hatte. Aber das machte nichts, denn prächtige Hirsche, Waldohreulen und einen mächtigen Keiler konnte er auch ohne erkennen und erschießen. Wie dumm, dass er beim Verhör durch die Polizei erfuhr, dass es sich bei den „Erlegten“ allesamt um ihm wohlbekannte Personen handelte – und das „Wildschwein“ hatte seiner Ehefrau wohl sehr ähnlich gesehen, die ihm doch einfach nur die vergessene Brille zum Hochsitz bringen wollte.

In diesem Stil entführte Jankowsky das Publikum in eine Welt voller grotesker „Unfälle“ mit vielen Toten. Nicht eingeplant waren die leeren Getränkeflaschen des Publikums, die während des Vortrags umfielen und sogleich von Roland Jankowsky spontan in die Sätze eingebunden wurden. Die Zuhörer amüsierten sich auch darüber prächtig.

Wie findet Jankowsky nun die unterhaltsamen Geschichten? Auf Nachfrage erklärte er, dass er sehr viel lese und wo viel Schatten sei, sei auch eine Menge Licht – gute Kurzgeschichten sind es dann wert, vorgetragen zu werden. Er warb außerdem für Spenden an den Verein „Togo – neuer Horizont“, dessen Botschafter er seit drei Jahren ist.

Das Publikum ließ sich von ihm herausgegebene Krimigeschichten signieren und Jankowsky posierte geduldig für Selfies. Gehen konnte er aber erst nach viel Applaus und einer Zugabe.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort