Kaarst: Klaus-Dieter Pruss lobt Harmonie beim Kunstverein Nordkanal

Ehrenamtler aus der zweiten Reihe : Wohlfühloase Kunstverein Nordkanal

Klaus-Dieter Pruss ist zweiter Vorsitzender des Vereins. Er lobt vor allem die Harmonie.

Klaus-Dieter Pruss ist kein Mann, der sich in den Vordergrund drängt. Er tritt eher vornehm-zurückhaltend auf. Aber ehrenamtliches Engagement ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Im Kunstverein Nordkanal ist er zweiter Vorsitzender. Um den Nordkanal geht es auch bei seiner zweiten ehrenamtlichen Aktivität: Der 57-Jährige ist Vorsitzender der Bürgerinitiative Grundwasser Kaarst.

Der studierte Volkswirt fühlt sich im Kunstverein Nordkanal wohl. Dass nicht er, sondern Markus Albiez, Vorsitzender ist, ist für ihn logisch, schließlich ist der Kunsthistoriker. „Die Harmonie in dem Verein ist groß, es passt einfach alles“, freut sich Pruss. Nach den „Brücken über den Nordkanal“, die Waldarbeiterhütte und dem Ampelnistkasten ist das Trafohäuschen am früheren Vorster Sportplatz das nächste Projekt. Pruss stammt aus Harsewinkel im Münsterland. Als er fünf Jahre alt war, zogen seine Eltern nach Kaarst. Der Ehemann und Vater zweier Söhne arbeitet in Bonn, trotzdem bleibt Zeit für Hobbys: Der 57-Jährige hat einen Ford 17 M aus den 1960er Jahren, eine sogenannte „Badewanne“ und einen 24 Jahre alten BMW Z 4. Was er noch besitzt: Eine Dauerkarte für Fortuna Düsseldorf. Außerdem er ist er in Vorst Mitbegründer und Hauptmann des Schützenzuges „Lott jonn“. Trotzdem trotzt er dem Alltag noch genügend Zeit ab für seine Ehrenämter. Das sei er dem Ort, in dem er sich so wohlfühlt, schuldig. Aber er engagiert sich sogar in der Domstadt: So ist er Schatzmeister der Erich-Gutenberg-Arbeitsgemeinschaft in Köln. Der Verein hat sich vor allem die Pflege der Beziehungen zwischen Wissenschaft und Praxis auf dem Gebiet der Betriebswissenschaft zur Aufgabe gemacht. Als Vorsitzender der Bürgerinitiative Grundwasser Kaarst freut er sich, dass das vom damaligen Landesumweltminister Johannes Remmel initiierte Gutachten jetzt umgesetzt wird – konkret bedeutet es, dass die Sohlschwellen im Nordkanal auf Neusser Gebiet entfernt werden, wodurch die Fließgeschwindigkeit erhöht wird – das wiederum setzt die Ablagerungen in Bewegung.

Sich selbst würde Klaus-Dieter Pruss gerne öfter in Bewegung setzen. Aber bei all seinem Engagement hat der Tag auch für ihn nur 24 Stunden. Seinen Plan, auf dem Rittergut Birkhof zu golfen, hat er nach kurzer Zeit aufgegeben. Pruss: „Das ist nichts für mal eben nach Feierabend.“