Fehlende Ferienangebote für ukrainische Kinder Kfd: Kooperation der Stadt Kaarst ist mangelhaft

Vorst · Die Katholische Frauengemeinschaft Vorst hat im Hinblick auf die Ferienangebote für die ukrainischen Flüchtlingskinder Kritik an der Verwaltung geübt. Die Stadt wehrt sich gegen die Behauptungen.

 Toben in einem Bauernhof-Freizeitpark: Einige Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Vorst sind mit rund 15 Kindern aus der Ukraine ins Irrland nach Kevelaer gefahren.

Toben in einem Bauernhof-Freizeitpark: Einige Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Vorst sind mit rund 15 Kindern aus der Ukraine ins Irrland nach Kevelaer gefahren.

Foto: kfd Vorst

Mit rund 15 Flüchtlingskindern aus der Ukraine und ihren Müttern sind einige Mitglieder der Katholischen Frauengemeinschaft Vorst am Mittwoch ins Irrland nach Kevelaer gefahren. Bei strahlendem Sonnenschein konnten sich die Kids in dem Bauernhof-Freizeitpark austoben, später wurde auf einem gemieteten Grillplatz noch gemeinsam gegessen. Den Eintritt für die Kinder bezahlte der Verein „Kaarster helfen“, das Grillgut und die Getränke sponsorte die kfd. Die Sportfreunde Vorst haben acht Flüchtlingskinder in ihrem Fußballcamp unterbringen können, „Kaarster helfen“ habe ein Fahrsicherheitstraining für die Kinder in die Wege geleitet, wie Lydia Thomasen im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt. Auch die Offene Zeltstadt in Vorst habe binnen zwei Stunden Plätze für die Kinder aus der Ukraine bereitgestellt. „Die Kinder waren glücklich“, so Thomasen. Zudem würden die Kinder bei solchen Aktionen schneller die deutsche Sprache lernen. „Jeder Pädagoge sollte wissen, dass Kinder in der Gemeinschaft besser Deutsch lernen“, sagt sie.

Was die Ehrenamtlerin allerdings vermisst, ist ein Angebot der Stadt Kaarst für die Kinder aus der Ukraine. „Sechs Wochen abhängen in den Containern geht gar nicht. Und was ist mit den Müttern, wann können die mal Luft holen?“, fragt Thomasen in Richtung des Jugendamtes. Viele Vereine würden die kfd bei ihrem Engagement für die Flüchtlinge aus der Ukraine unterstützen. „Es sind schon sehr gute und große Kooperationen dabei, die bereit sind, etwas zu tun. Vielleicht hätten man mit der Stadt gemeinsam überlegen können, was man noch tun kann“, sagt Thomasen. Sicher gebe es auch viele arme deutsche Kinder, die „bei uns auch herzlich willkommen sind“. Über die Art und Weise der Stadt war die kfd allerdings „wütend“, wie Thomasen erklärt. In dieser Hinsicht müsse sich die Stadt weiterentwickeln und sich etwas für die Flüchtlingskinder in den Sommerferien überlegen. Es können nicht alles an den Ehrenamtlern hängen bleiben. Die kfd habe vor einigen Wochen beim Jugendamt der Stadt Kaarst angerufen und um Plätze bei der Stadtranderholung gebeten. Die Verwaltung konnte für den zweiten Termin in den Ferien noch vier Plätze anbieten – „für Härtefälle“, wie der Erste Beigeordnete Sebastian Semmler im Gespräch mit unserer Redaktion erklärt. Die Stadt habe zwei Plätze an Flüchtlingskinder vergeben, die anderen beiden an Kaarster Kinder – zum Unmut der kfd. „Eigentlich hätte die Stadt eine Stadtranderholung nur für ukrainische Kinder machen können“, sagt Thomasen.

Laut Semmler sei das aber aufgrund von mangelnden Kapazitäten nicht möglich gewesen. „Da wir nur zwei Mitarbeiter haben, die sich um das Ferienprogramm kümmern, haben wir keine Möglichkeit, ein Extra-Programm für die Flüchtlinge aufzulegen“, sagt er. Außerdem sei die Stadtranderholung schon kurz nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine ausgebucht gewesen, die Stadt habe „extrem viele“ Absagen erteilen müssen, es seien teilweise auch Tränen geflossen. „Wir unterscheiden bei allen Sozialleistungen der Stadt nicht zwischen geflüchteten und heimischen Kindern. Nicht bei einem Kita-Platz, der Stadtranderholung oder sonstigen Leistungen. Alle Kinder werden gleich behandelt und haben die gleichen Rechte“, stellt Semmler klar. „Das ist die erklärte Politik aus dem Rathaus“, sagt Semmler, der bekräftigt, dass alle Kinder ein Recht auf Sozialleistungen haben. „Am Geld scheitert es nicht“, sagt er. Bereits bei der letzten Flüchtlingskrise sei die Stadt damit gut gefahren. Zudem gebe es auch genügend Kaarster Kinder, die zwei Jahre lang unter der Corona-Pandemie gelitten haben.

Der Verein „Kaarster helfen“ hat unterdessen einen weiteren Ausflug geplant: Am 27. Juli (Mittwoch) geht es mit der Regiobahn in den Wuppertaler Zoo. Den Eintritt und ein Eis bezahlt der Verein. Los geht es um 8.30 Uhr.