Kaarst: Kardiologen warnen vor Vorhofflimmern

Rhein-Kreis-Herzwochen in Kaarst : Kardiologen warnen vor Vorhofflimmern

Im AE-Forum haben drei Kardiologen über Gefahren und Symptome von Vorhofflimmern informiert. Auslöser können starker Alkoholgenuss, Rauchen, Schlafmangel oder zu viel Koffein sein.

„Herz außer Takt“ heißt die Überschrift der Herzwochen. Es geht dabei um die häufigste Herzrhythmusstörung, das Vorhofflimmern. Es erhöht das Schlaganfallrisiko und sollte deshalb nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Drei Neusser Kardiologen informierten jetzt im Albert-Einstein-Forum über Symptome, Risiken und Behandlungsmöglichkeiten. Dabei ist jeder Fall individuell zu bewerten.

„Aufklärung ist wichtig“, sagte Schirmherrin und Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus. Genau das macht die Deutsche Herzstiftung mit ihren 104.000 Mitgliedern. Michael Haude, Chefarzt im Lukaskrankenhaus, warb für eine Mitgliedschaft für 36 Euro im Jahr. Ashalley Vardon-Odonkor, Oberarzt im Lukas, erklärte, was bei Vorhofflimmern passiert: „Es kommt zu einer ungeordneten, chaotischen Herzschlagfolge, die auch mit einer normalen Herzfrequenz einhergehen kann.“ Das Vorhofflimmern könne anfallsartig und anhaltend auftreten: mehr als sieben Tage am Stück oder sogar dauerhaft. „Häufigste Ursache ist Bluthochdruck, andere Auslöser sind Schilddrüsenerkrankungen, Herzklappenerkrankungen, aber auch ein hohes Lebensalter“, erklärte der Oberarzt. Mitunter sei das Vorhofflimmern auch genetisch bedingt. Auslösende Faktoren sind aber auch starker Alkoholgenuss, Rauchen, Schlafmangel, große Mengen Koffein und Stress.

Symptome sind unter anderem Angst, Schwindel, innere Unruhe, Brustschmerzen und eingeschränkte Leistungsfähigkeit. Informationen, ob Vorhofflimmern verantwortlich ist für die Symptome, liefere ein (Langzeit)-EKG. Zum Glück stehen den Kardiologen wirksame Medikamente zur Verfügung, wobei es keine Patentrezepte gibt. Carlos Correia de Freitas von der Neusser Kardiologischen Gemeinschaftspraxis Bernhöft, Lüthen und Freitas klärte über die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten auf: „Aspirin 100 ist nicht ausreichend, sehr gut wirksam ist Marcumar.“ Es gebe aber auch neuere Medikamente, bei denen das Risiko für Hirnblutungen deutlich geringer ist.

Diese neuen Mittel, die sehr viel teurer sind als der Klassiker Marcumar, sind aber nicht allen Patienten zu empfehlen: „Sie sind nicht geeignet für Menschen mit künstlicher Herzklappe  und für Patienten mit Niereninsuffizienz, während Marcumar selbst für Dialyse-Patienten geeignet ist“, erklärte Correira de Freitas. Torsten Becker vom Lukaskrankenhaus sprach über die Ablation als Therapieoption – gemeint sind Herzkatheter-gestützte Methoden zur Beseitigung von Herzrhythmusstörungen. Möglich sind eine Katheterverödung oder der Einsatz eines Kälteballons.

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