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Kaarst: Kampf um Glasfaser für Vorst und Driesch geht in die Endphase

Schnelles Internet für Vorst und Driesch : Bislang nur 22 Prozent für Glasfaser

Die Frist für die Bürger in Vorst und Driesch läuft am 6. April aus.

22 Prozent der Vorster und Driescher Bürger haben sich bislang bei der Deutschen Glasfaser angemeldet – Stand Freitagmittag. Bis zur 40-Prozent-Marke, die bis zum 6. April erreicht sein muss, ist es noch ein weiter Weg. Doch die Multiplikatoren in den beiden Ortsteilen sind optimistisch, dass sie bis zum Ende der Frist noch genug Bürger überzeugen können. Erst, wenn Vorst und Driesch dabei sind, wird auch Büttgen mit Glasfaser versorgt.

Der Vertrag mit der Deutschen Glasfaser läuft über zwei Jahre, danach können die Eigentümer ihren Anbieter frei wählen – oder auch zurück auf eine Kupferleitung umstellen, wenn sie der Meinung sind, dass Glasfaser doch nicht das Richtige für sie ist. Im ersten Vertragsjahr sind die Preise für die vier verschiedenen Tarife gleich, egal ob der Kunde eine Leitung über 300, 400, 600 oder 1000 Mbit pro Sekunde haben möchte. Für die ersten zwölf Monate zahlt er 24,99 Euro, danach wird es teurer: Von 44,99 Euro (für die 300er Leitung) bis zu 89,99 (1000er Leitung). Die schnellste Verbindung ist allerdings eher für Unternehmen gedacht, den „normalen“ Haushalten genügt die niedrigste Leistung von 300 Mbit/Sekunde. Zudem können sich die Eigentümer die Anschlussgebühren von mindestens 750 Euro sparen. Der große Vorteil: Die Glasfaser-Leitung wird direkt ins Haus gelegt, es kommt also auch die Leistung an, die die Kunden bezahlen. Das ist auch für den Vorster Jakob Post der Grund, sich für Glasfaser stark zu machen. „Mein Motor ist die Unzufriedenheit der letzten 15 Jahre. Es wird nie das geliefert, was versprochen und bezahlt wurde“, sagt Post. „Die Frage ist nicht, ob ich jetzt zufrieden bin, sondern wie es in zwei, drei oder fünf Jahren aussieht mit dem, was ich brauche“, sagt der Driescher Matthias Unger.

Für die stellvertretende Bürgermeisterin Uschi Baum ist Glasfaser essentiell für die Zukunft der Stadt Kaarst. Außerdem würde sie die jeweilige Immobilie massiv aufwerten, weil schnelles Internet immer wichtiger wird. „Wenn wir es jetzt nicht machen, war es das auf Jahre hinaus. Dann haben wir keine Chance mehr auf schnelles Internet, das wir für eine Smart City dringend brauchen“, sagt Baum. Doch viele Vorster und Driescher zögern noch oder sind teilweise genervt von dem Thema. Das hindert die Multiplikatoren aber nicht daran, weiter für die 40-Prozent-Marke zu kämpfen. Am Samstag beim Familientag auf dem Tuppenhof werden weitere Gespräche geführt, um noch mehr Eigentümer von Glasfaser zu überzeugen – falls die Veranstaltung nicht kurzfristig noch abgesagt wird.