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Kaarst: Kai vorn Hüls geht in der Arbeit als Erzieher auf

Männlicher Erzieher in Kaarst : „Jeden Tag eine neue Herausforderung“

Die Stadt Kaarst hat in einer Kampagne Mitarbeiter der Verwaltung vorgestellt. Einer davon ist Erzieher Kai vorn Hüls.

Kai vorn Hüls sitzt mit Manuel und Maximilian auf einem Teppich. Vor ihnen steht ein Tisch mit Bauklötzen. Sie spielen. Man merkt dem Erzieher an, dass er voll in seinem Element ist. Der 33-Jährige ist einer von sieben städtischen Mitarbeitern, die zuletzt in einer Kampagne vorgestellt wurden – neben ihm war ein Schwimmmeister oder die einzige Frau im Außendienst des Bauhofs dabei. Beim Besuch im Familienzentrum Geranienweg gibt Kai vorn Hüls Einblicke in seinen Beruf, der zum Großteil von Frauen ausgeübt wird.

Im Jahr 2018 waren knapp 36.000 Männer bundesweit in Kitas tätig, was einem Anteil von sechs Prozent entspricht. Für Stephanie Witte-Ernst ist das allerdings unverständlich. „Männer können genau so fürsorglich sein wie Frauen und sehr gut zuhören“, sagt die Leiterin des Familienzentrums Geranienweg. Deshalb ist sie froh, Kai vorn Hüls und Phillip Winkmann als zweiten männlichen Erzieher im Team zu haben. „Sie bringen andere Ideen mit rein und sind gewinnbringend für unser Team“, sagt sie. Ihrer Meinung nach müsse es viel mehr männliche Erzieher geben. „Eine Verteilung von 70 Prozent Frauen und 30 Prozent Männer wäre schon toll“, sagt Stephanie Witte-Ernst.

Seit 2013 ist Kai vorn Hüls bei der Stadt angestellt. Erst als Teilzeitkraft, bis er eine unbefristete Vollzeitstelle bekam. Bevor er seine Ausbildung in Mönchengladbach begonnen hatte, schwankte er zwischen den Berufen Physiotherapeut und Erzieher. „Ich wollte immer was mit Menschen machen und habe mich nie in einem Büro gesehen“, war ihm da schon bewusst. Früher hat er auf Familienfesten immer schon einen guten Draht zu den Kindern gehabt. Er versuchte sich auch in einem Studium, mit dem er Erzieher hätte ausbilden können. „Aber das war mir alles zu theoretisch. Ich bin eher praktisch veranlagt“, sagt er. Kai vorn Hüls liebt seinen Job, wie er sagt. Und man nimmt es ihm ab. „Es ist jeden Tag eine neue Herausforderung, kein Tag gleicht dem anderen, auch wenn man feste Rituale hat“, sagt er. „Wir bekommen immer direkt Feedback von den Kindern. Und das ist ein ehrliches Feedback.“ Es gäbe nichts Schöneres, als das Lachen eines Kindes zu sehen.

Nur der Verwaltungsaufwand – also die Arbeit am Computer – ist ihm manchmal zu viel. „Wir haben aber einen guten Personalschlüssel und bekommen es immer hin, dass die Kinder immer voll im Fokus sind“, sagt vorn Hüls, der viele Absprachen treffen muss, um allen gerecht zu werden – sowohl Kindern als auch Eltern und Kollegen. Sein Spezialgebiet ist die Medienerziehung. Für Stephanie Witte-Ernst ist es wichtig, dass die Kinder auch einen – beziehungsweise zwei – männliche Erzieher als Ansprechpartner haben. „Die Kinder haben ihre Väter tagsüber oft nicht, deshalb ist es gut, wenn sie hier im Kindergarten ein männliches Vorbild haben“, sagt die Kita-Leiterin.

Kai vorn Hüls weiß seit kurzer Zeit auch, wie das Leben eines Papas so ist, denn er ist Vater einer Tochter. In die Kita am Geranienweg würde er sie aber nicht gerne geben, obwohl er die Einrichtung und das Team gut findet. Er möchte auch einfach nur mal Papa und kein Erzieher sein.