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Kaarst: Joseph Bakir lässt düsteres Syrien strahlen

Ausstellung in Kaarst : Bakir lässt düsteres Syrien strahlen

Das zentrale Werk des Künstlers erinnert an das Panorama einer arabischen Stadt. Das ist kein Zufall, wenn man die Vita des Künstlers kennt: Joseph Bakir studierte an der Kunstakademie im syrischen Damaskus.

 Die Bilder, die im ARTraum Thielemann seit Sonntag zu sehen sind, haben eine enorme Strahlkraft, sie erwecken fast schon den Eindruck, über eingebaute Lichtquellen zu verfügen. Das ist kein Zufall, wenn man die Vita des Künstlers kennt: Joseph Bakir studierte an der Kunstakademie im syrischen Damaskus. Er schloss dieses Studium sehr erfolgreich ab, gewann bereits als 17-Jähriger den Preis für die beste Skulptur im Wettbewerb des Nationalen Museums von Aleppo. Trotzdem öffneten sich dem kurdischen Bauernsohn keine Türen und es gab auch kein Stipendium. Der 48-Jährige kam deshalb vor 21 Jahren nach Deutschland.

Bakir lebt in Köln. Er ist ein politischer Maler, was man aber nicht auf den ersten Blick zu sehen ist. Das liegt daran, dass ihm Schönheit und Ästhetik bei seiner Arbeit sehr wichtig sind. Er fühlt sich verpflichtet, dem Düsteren seines Heimatlandes etwas Strahlendes entgegenzusetzen, eine positive Energie: Kunst als Überlebenshilfe in schweren Zeiten. Die zum Teil sehr großformatigen Bilder entfalten ihren ganzen Charme nicht auf den ersten Blick. Das zentrale Werk erscheint aus der Distanz betrachtet wie das Panorama einer arabischen Stadt. Bei genauerem Hinsehen erst werden Details sichtbar und die kachelförmige Struktur: Wie ein Geschichtenerzähler hat Joseph Bakir seine Landschaftsimpressionen angereichert.

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Da erkennt der aufmerksame Betrachter unter anderem einen gekreuzigten Jesus und eine barbusige Frau. Das große Bild ist voller kleiner Bilder. Im Souterrain wird deutlich, dass der Künstler auch Mann und Frau als Teil der Natur betrachtet: Er stellt sie hüllenlos dar, in Liebe verbunden. Die dicken Bäume auf einem anderen Bild stehen für Stärke. Mit ihren unwirklichen Farben entsteht eine magische Welt, wie man sie unter anderem von der Illumina auf Schloss Dyck in Jüchen kennt – eine Welt, die Kraft und Trost ausstrahlt. Der überaus talentierte Künstler, der auch Skulpturen aus Sand schafft, bringt die Farben zum Flirren. Die Ölfarbe ist oft sehr pastös aufgetragen. Die Ausstellung an der Sperberstraße 25 endet am 16. Februar um 15 Uhr mit einer Finissage.