Stadtfest „Viele Nationen - eine Stadt“: „Kaarst ist weltoffen“

Stadtfest „Viele Nationen - eine Stadt“ : „Kaarst ist weltoffen“

Von Rudolf Barnholt

Von Rudolf Barnholt

Das Stadtfest "Viele Nationen - eine Stadt" entwickelte sich Sonntag bei traumhaftem Wetter zum Publikumsmagneten. Anziehungspunkte waren der Rathausplatz, die Galerie und der große Trödelmarkt. Das Bühnenprogramm stand im Mittelpunkt des Stadtfestes "Viele Nationen - eine Stadt". Hier singt sich Lena Servos in die Herzen der Zuhörer. Bei bestem Wetter entwickelte sich die Veranstaltung schnell zum Publikumsmagneten. NGZ-Foto: H. Jazyk

Die Botschaft, die vom Stadtfest "Viele Nationen - eine Stadt" ausging, war deutlich: Kaarst ist zwar keine Weltstadt, dafür aber eine weltoffene Stadt. Da wurde gewerkelt und gebastelt bis zur letzten Minute, Menschen der unterschiedlichsten Nationen freuten sich darauf, gemeinsam zu feiern. Stress kam auf, als sich abzeichnete, dass Moderator Andreas Vollmert nicht kommen würde: Wirtschaftsförderer Dieter Güsgen sprang kurzfristig für den erfahrenen Moderator ein und fühlte sich nach kurzer Zeit in seiner unerwarteten Rolle sichtlich wohl.

Das Bühnenprogramm begann mit mittelalterlichen Tänzen zu höfischer Musik: Die Gruppe "Plaisir Royal" aus Düsseldorf versetzte die Besucher in längst vergangene prachtvolle Zeiten - dieser Auftritt war vor allem für die vielen ausländischen Besucher interessant. Auf der Bühne ging es Schlag auf Schlag: iranische Musik, südamerikanische Klänge, griechischer Tanz, afrikanisches Trommeln - das Folkloristische kam wieder sehr gut an.

Auf dem Trödelmarkt wurde gefeilscht wie auf einem orientalischen Basar. Hier boten vor allem deutsche Mütter an, was in den Kinderzimmern nicht mehr gebraucht wird. "Überlegen Sie nicht lange, für 2,50 Euro gehört die Jacke Ihnen": Erika Jäger aus Kaarst wurde das warme Kleidungsstück von Tochter Sarah sehr schnell los. Barbie und ihre unzähligen Freundinnen gehörten ebenso zum Angebot wie die alte Kofferschreibmaschine und jede Menge altes Porzellan aus Großmutters Wohnzimmerschrank.

Exotischer ging es da schon auf dem Rathausplatz zu: Die Besucher erfuhren unter anderem, dass das Albert-Einstein-Gymnasium "Terre des hommes" unterstützt. Wer beim Helfen helfen wollte, konnte unter anderem dekorative Kleidungsstücke aus Indien erwerben. Die Elisabeth-Selbert-Realschule in Büttgen machte auf ihre Kontakte mit dem College Flandre in der Partnerstadt La Madeleine aufmerksam, das Georg-Büchner-Gymnasium informierte über das Projekt "Kinderheim Kidane Mehret" in Addis Abeba/Äthiopien.

"Was machen Sie denn so genau für Nepal?", wollte ein Besucher am Stand der Kaarster Nepal-Initiative wissen - da legte Rainer Strauss so richtig los. Das Kunstcafé "EinBlick" machte auf die Situation von behinderten Kindern und Jugendlichen aufmerksam - für zumindest einen Hauch von internationalem Flair sorgte das Gebäck nach holländischen Rezepten mit Namen wie Arretjescake. Die Boule-Abteilung des Tennis-Clubs Vorster Wald hatte auf Kunstrasen eine französisch angehauchte Boule-Bahn aufgebaut. Drei junge Damen aus Togo, Kongo und von der Elfenbeinküste versuchten, Rastalocken zu verkaufen. In Kaarst fühlten sie sich wohl, mit Ausländerfeindlichkeit seien sie noch nie konfrontiert worden, sagten sie.

(NGZ)