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Kaarst: Kaarst investiert in Kitas

Kaarst : Kaarst investiert in Kitas

Die Verwaltung hat dem Rat am Donnerstag den Entwurf für die Haushaltsplanung 2012 vorgelegt. Die Grundstimmung bleibt positiv. Die Stadt ist mit 3,5 Millionen Euro gering verschuldet. Rund 3,6 Millionen sollen in den Kita-Ausbau fließen.

390 Seiten hat der Haushaltsplanentwurf, den Bürgermeister Franz-Josef Moormann und Kämmerer Heinz Dieter Vogt dem Stadtrat Donnerstag Abend vorgelegt haben. Für die Politik ist das gut drei Finger dicke, gebundene Werk weit mehr als eine Aneinanderreihung von nackten Zahlen und Tabellen. Allein zehn Seiten des Produktbuchs widmen sich den Bewertungen der Chancen und Risiken für die Entwicklung im städtischen Haushalt.

Unterm Strich kommt die Verwaltung in diesem Jahr zu folgendem Schluss: Kaarst ist finanziell gut aufgestellt, die Verschuldung — dank eines Jahresüberschusses aus 2010 in Höhe von 2,2 Millionen Euro — mit aktuell 3,5 Millionen Euro gering. Anlass für tiefe Sorgenfalten gibt es genauso wenig wie für Euphorie. Der Bürgermeister wünscht sich deshalb eine mutige Planung — mit Augenmaß.

"Ich sehe eine große Herausforderung darin, die unterschiedlichen Anforderungen aus sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Sicht zu einem einheitlichen Profil zusammenzuführen und dabei auszutarieren", sagt er. "Wir wollen Lebensqualität, aber nicht um jeden Preis. Das können wir nur erreichen, indem wir die Dinge nicht laufenlassen, sondern steuern." Investiert werden sollen in Kaarst im kommenden Jahr rund 13 Millionen Euro. Den größten Batzen verschlingt mit rund 3,6 Millionen der Ausbau der Kindertagesstätten sowie der Ankauf von städtischem Grundvermögen.

Die Stadt, so Moormann, habe die Möglichkeit, derzeit kaum abschätzbare wirtschaftliche Risiken von außen eigenverantwortlich zu überwinden. "Dafür", sagt er, "müssen wir aber auch etwas tun: nämlich Handeln und Entscheiden — innerhalb unserer finanziellen Grenzen." Letztere sind, trotz aller positiven Nachrichten, deutlich sichtbar vorhanden.

Für 2012 prognostiziert Heinz Dieter Vogt derzeit ein Defizit von 6,4 Millionen Euro. Die Erträge werden laut Planentwurf bei rund 81,5 Millionen liegen, die Aufwendungen bei 88 Millionen. Ab 2013 befürchtet die Verwaltung den Griff in die allgemeine Rücklage. Das heißt, der Haushalt würde dann der Genehmigung durch den Landrat unterliegen.

"Diese Entwicklung", sagt Moormann, "wollen wir nicht, wir können sie aber nicht ausschließen. Nach unserer Einschätzung kommt es darauf an, dass es uns gelingt, unsere Liegenschaftsreserven insbesondere im Bereich Kaarster Kreuz erfolgreich zu aktivieren."

Das wiederum hänge entscheidend davon ab, dass man einen Markt habe, der Grundstücke nachfrage und erfolgreiche Wirtschaftsunternehmen nach Kaarst locke oder zumindest am Ort halte. "Damit", so Moormann, "schließt sich der Kreis; es kommt auf die wirtschaftliche Entwicklung an."

(NGZ)