Kaarst: Insekten-Unternehmer Felix Bierholz hat neue Ideen

Kaarster Gründer : Insekten-Unternehmer hat neue Ideen

Der Kaarster Felix Bierholz ist mit Hundefutter aus Insekten erfolgreich. Nun plant er neue Produkte.

Es muss in der Familie liegen, dieses Unternehmer-Gen. Sein Bruder Lukas ist als selbstständiger Fotograf unterwegs, seine Schwester Anna bietet Beckenboden-Kurse für junge Mütter an, sein Vater ist Architekt und Bauträger. Und Felix Bierholz hat sich im Jahr 2017 mit Hundefutter aus Insekten selbstständig gemacht.

„Da ich aus einer Gründer-Familie komme, ist meine Hemmschwelle wahrscheinlich nicht so hoch wie bei anderen, das hat mir geholfen“, sagt er: „Aber es war  schon immer mein Wunsch, etwas Eigenes zu machen.“ Was anfangs eher schleppend begann, entwickelt sich mehr und mehr zur Erfolgsstory. „Ich verkaufe mittlerweile mehrere Tonnen im Monat“, sagt der 25-Jährige.

Die Idee kam ihm während des Studiums. Damals lebte er mit einem Studenten aus China zusammen, der ihn für das Thema Insekten sensibilisierte. Als er einen Zeitungsbericht über das Fressverhalten von Hunden las und dass die Vierbeiner dreimal so viel Fleisch essen wie Menschen, war seine Idee geboren. Er nahm Kontakt zu Tierärzten, Experten und einem Futterhersteller auf und legte los. Zuerst hieß sein Unternehmen „Futterzeit“, doch in diesem Jahr gab er seinem Baby einen neuen Namen: Ofrieda. Eine Anspielung auf seine Nichte, die Tochter seiner Schwester Anna. „Das ist mein Statement für die nächste Generation.“

Während der vergangenen beiden Jahr hat Felix Bierholz viel gelernt und stetige Verbesserungen an seinem Produkt vorgenommen. Neben dem Namen hat er beispielsweise die Verpackungsgrößen geändert und sich eine neue Marketingstrategie ausgedacht. „Das habe ich bislang alles hinten angestellt, ich wollte erst einmal ein fertiges Produkt auf dem Markt haben“, sagt er.

Seit rund zwei Wochen ist sein Hundefutter in einer großen Drogeriekette im Verkauf, erste Zahlen hat er noch nicht. Dafür aber schon viele neue Ideen für weitere Produkte. So kann er sich vorstellen, auch Katzenfutter aus Insekten zu produzieren. Das ist sein nächstes Projekt neben Leckerlis für Hunde. Sein größter Antrieb ist allerdinge die Nachhaltigkeit, die durch das Insekten-Hundefutter erreicht werden kann. „Ein Kilogramm Rindfleisch verbraucht 100 Mal so viel CO2 wie ein Kilogramm Insekten“, sagt Bierholz. Er achtet darauf, dass die Insekten, die in sein Futter kommen, artgerecht gehalten werden. Dazu hat er einige Insektenfarmen selbst besucht. Der Insektenanteil in seinem Futter liegt bei 30 Prozent, die anderen Zutaten sind Süßkartoffeln und Leinsamen. „Die Nährstoffe von Insekten sind gut für die Verdauung der Hunde“, sagt Bierholz. Derzeit macht er alles alleine, will sich aber im nächsten Jahr Unterstützung holen. Die Erfolgsgeschichte muss ja weitergeschrieben werden.