Einrichtung in Vorst So meistert das Haus der Lebenshilfe die Corona-Pandemie

Vorst · „Die Stimmung ist gut“, fasst Fabian Schuster, Einrichtungsleiter des Lebenshilfe-Hauses in Vorst die aktuelle Lage während des seit Mitte Dezember geltenden Lockdowns zusammen.

 Im Haus der Lebenshilfe im Stadtteil Vorst leben derzeit in drei Wohngruppen jeweils zehn Bewohner zusammen.

Im Haus der Lebenshilfe im Stadtteil Vorst leben derzeit in drei Wohngruppen jeweils zehn Bewohner zusammen.

Foto: Haus der Lebenshilfe/Lebenshilfe

Im Haus leben in drei Wohngruppen jeweils zehn Menschen mit geistigen Behinderungen. Alle sind derzeit zu Hause und arbeiten auch nicht in den geöffneten Werkstätten: „Wir finden das für die Bewohner zu riskant“, sagt Schuster. Offen ist noch, ob die Werkstätten Material für Heimarbeit liefern. Aber viele Bewohner sind auch verrentet und sowieso ständig im Haus.

Es gibt gravierende Unterschiede zum ersten Lockdown im Frühjahr. Der Wichtigste: Das Besuchsverbot besteht nicht – so sind wechselseitige Treffen möglich. Entweder besuchen die Bewohner ihre Angehörigen zu Hause oder umgekehrt. In beiden Fällen greift ein strenges Monitoring. Dazu gehören das Tragen einer FFP2- Maske, Fiebermessen und das Abfragen von Krankheitssymptomen. Diesem Screening müssen sich sowohl die Besucher des Lebenshilfe-Hauses wie auch die Angehörigen unterziehen, die ihre Lieben zum Besuch abholen. Bei der Rückkehr gilt das Ganze dann auch für die Bewohner. Weitere Verbesserungen gegenüber dem ersten Lockdown ist die gute Versorgung mit FFP2-Masken und die ausreichende Bereitstellung von Schnelltests: „Jeder kann sich anlassbezogen zwei Mal pro Woche testen lassen“, erklärt Fabian Schuster. Das Angebot wird gut angenommen.

Zur positiven Stimmung trägt das vernünftige Verhalten der Bewohner bei, die den Lockdown nachvollziehen können – sie wissen, dass beispielsweise nicht jeder einzeln einkaufen gehen kann. Nun werden Sammelbestellungen aufgenommen, die ein Mitarbeiter gemeinsam mit einem Bewohner erledigt. Ganz wichtig ist das Aufrechterhalten der Tagesstruktur.

Das Kontingent der dafür zuständigen Damen wurde mit Kollegen des Betreuungsdienstes aufgestockt, so dass ein bunt gemischtes ganztägiges Programm entstanden ist: Bewegungsangebote wie Gymnastik- und Entspannungsübungen sowie Nutzung der mobilen Kegelbahn und des Billardtischs. Basteln steht auch hoch im Kurs – war es im letzten Monat Weihnachtsdekoration, so entstehen aktuell neue Verschönerungen für die Karnevalszeit – auch wenn diese anders gefeiert wird als sonst.

Gebacken und gekocht wird ebenfalls nach Herzenslust oder es lockt ein Filmnachmittag. Fabian Schuster sieht das Haus der Lebenshilfe gut aufgestellt: „Wir hatten glücklicherweise bisher keine Corona-Infektion“, sagt der 38-Jährige gelernte Heilerziehungspfleger. Er führte das Haus seit Mitte 2016 zunächst kommissarisch, seit Sommer 2018 ist er offizieller Einrichtungsleiter.