Kaarst: Ikea feiert 40 Jahre

Schwedisches Möbelhaus : 40 Jahre Ikea in Kaarst

Zuerst war er der kleinste, dann der erste nachhaltige Ikea weltweit. Jetzt hat das Unternehmen 40-Jähriges in Kaarst.

„Der Ikea in Kaarst war immer schon etwas Besonderes“, sagt Stephan Laufenberg. Und er sagt es nicht nur, weil er als Einrichtungshauschef das Haus in Kaarst leitet, sondern auch, weil das Unternehmen vor Ort tatsächlich eine außergewöhnliche Geschichte hat.

1979 zog das schwedische Möbelunternehmen in Räumlichkeiten an der Düsselstraße ein und zählte damit nicht nur zu den ersten Einrichtungshäusern, die Ikea in Deutschland eröffnete, sondern der Standort war auch die kleinste Ikea-Filiale weltweit.

Vor zwei Jahren dann zog das Unternehmen um an den neuen Standort ins Gewerbegebiet. Auf insgesamt 4,7 Hektar können die Kunden nun seit rund zwei Jahren ihre Möbel erstehen. Und das unter nachhaltigen Bedingungen.

Das Konzept setzt sich aus drei Säulen zusammen: „Erstens dem nachhaltigen Leben zu Hause, das wir ermöglichen wollen, zweitens nachhaltige Energien und damit einhergehend die Schonung von Ressourcen und drittens Mensch und Gesellschaft“, sagt Laufenberg. Nicht nur bei der Herstellung der Möbel achte das Unternehmen auf ressourcenschonende Fertigung, sondern auch die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach beliefere das Gebäude mit hauseigenem Strom. Zusätzlich sorgt eine sogenannte Solarthermie-Anlage dafür, dass Wasser durch Sonnenstrahlen erwärmt werden kann und große Fenster sorgen dafür, dass die Ausstellungsflächen nicht mehr überall beleuchtet werden müssen, „die Räume sind direkt viel offener“, sagt Laufenberg.

Bereits 2013 tagte das erste Gremium, um den ersten nachhaltigen sogenannten More-Sustainable-Store zu erschaffen. Ikea Deutschland wollte das Projekt umsetzen und so wurde vor zwei Jahren die Filiale geöffnet. Doch nicht nur der Bau selbst, sollte das Nachhaltigkeitskonzept erfüllen. Auch die Bepflanzung auf dem Gelände arbeitete das Unternehmen in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund (Nabu) aus. Angepflanzte Blumen sind dort besonders gute Nahrungsquellen für Insekten.

Auch die Wiese auf den Grünflächen wird deshalb länger stehen gelassen. „Das hat natürlich unterschiedliche Reaktionen bei den Kaarstern ausgelöst, aber wir werden erst im September mähen, damit die Samen der Blumen auch in die Erde fallen können“, sagt Laufenberg. Ein weiterer Aspekt sind die elektrischen Fahrradanhänger, die sich Kunden für den Transport von Möbeln ausleihen. „Ich würde mir wünschen, dass unser Shuttlebus und die Radwege noch mehr genutzt werden“, sagt Laufenberg.

Das Gelände will er auch künftig ganz bewusst für die Kaarster öffnen: Im Café Grön finden regelmäßig Konzerte und Veranstaltungen lokaler Vereine statt. Und auch der angegliederte Spielplatz und die Dachterrasse sollen Orte sein, an dem sich Familien aufhalten können. Auch ein global agierendes Unternehmen solle auf lokaler Ebene greifbar sein. „Oft kommen Trends aus großen Städten“, sagt Laufenberg. In Kaarst sei das umgekehrt.

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