Kaarst: Heinrich Leßmann feiert 50-jähriges Thronjubiläum

Schützenfest in Kaarst : „Goldkönig“ Heinrich Leßmann feiert 50-jähriges Thronjubiläum

Heinrich Leßmann feiert in diesem Jahr ein Jubiläum, das nur ganz wenigen Schützen vorenthalten ist. Vor 50 Jahren regierte Leßmann als König die Kaarster Bruderschaft. An seine Amtszeit erinnert er sich noch heute gerne.

Vor 50 Jahren war nicht nur die erste Mondlandung, vor 50 Jahren war auch Heinrich Leßmann Kaarster Schützenkönig. Mit 35 Jahren regierte damals ein ungewöhnlich junger König.

Der damalige Leiter der Kreditabteilung bei der Raiffeisenbank kann sich noch an viele Details von damals erinnern: „Ich war zugleich auch Scheibenschützenkönig.“ Diese Gesellschaft zählte damals 36 Mitglieder, heute sind es über 140. Damals marschierten rund 400 Schützen mit, das Regiment besteht mittlerweile aus über 1000 Schützen. Wie teuer ein Schützenfest ist, verrät ja kaum einmal ein Schützenkönig. Heinrich Leßmann bricht dieses Schweigen nach fünf Jahrzehnten: „Die Kosten betrugen insgesamt 6500 D-Mark – das war damals sehr viel Geld.“ Aus der Bruderschaftskasse habe es einen Zuschuss in Höhe von 1000 Mark gegeben und auch der Arbeitgeber habe etwas beigesteuert. Das Festzelt hat im Bereich Maubisstraße/Alte Heerstraße gestanden, dort, wo früher der Hamm- und der Angerer-Hof gestanden haben.

Heinrich Leßmann erinnert sich mit einer gewissen Wehmut daran, dass seine Königin ein elegantes weißes Kleid getragen habe – Melusine Leßmann ist im März diesen Jahres verstorben. Das Paar hätte Ende August seine Diamantene Hochzeit gefeiert. Die Kutsche musste damals von dem Königspaar bezahlt werden. Das Bier im Zelt hatte eine D-Mark gekostet, Peter Wallfass hatte für einen attraktiven Kirmesplatz gesorgt, diese Aufgabe übernimmt jetzt sein Jahren sein Sohn Rico. Leßmann hatte damals seine Residenz vor dem Haus Kirchstraße 1 errichtet – er wohnte einst im Alten Dorf, lebte dort bis 1972. Im Laufe der Jahre hat die Kirmes an verschiedenen Stellen im Dorf stattgefunden – Heinrich Leßmann erinnert sich an Schützenplätze, wo jetzt der Bürgerkeller ist, am jetzigen Standort des Albert-Einstein-Gymnasiums und an der der Matthias-Claudius-Straße/Ecke Windvogt. 1971 hatte der 85-Jährige den damaligen König Willi Hermann – er war Wirt vom Haus Motes – als Minister unterstützt.

Ein zweites Mal den Königsvogel von der Stange zu holen, damit hatte Leßmann nie geliebäugelt. Er kann aber sehr wohl bestätigen, dass es ein unvergleichliches und unvergessliches Erlebnis ist, Kaarster Schützenkönig gewesen zu sein. Und er kann seine Erinnerungen bei Bedarf immer mal wieder auffrischen, weil vor 50 Jahren von seiner Regentschaft ein Super-8-Film gedreht worden ist. „Ich gehe davon aus, dass die Scheibenschützen diesen Streifen in diesem Jahr noch einmal vorführen werden“, sagt der Kaarster Schützenkönig von 1969 und Ehrenbrudermeister.

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