Kaarst: "Haufen sucht Herrchen" - mit Fähnchen gegen Hundekot

Mit Fähnchen gegen Hundekot in Kaarst: "Haufen sucht Herrchen"

Ein unbekannter Bürger hat mit einer ungewöhnlichen Aktion auf das Hundekot-Problem in der Stadt hingewiesen. Kleine Fähnchen weisen auf die Kothaufen hin.

Ein unbekannter Bürger hat sich viel Mühe gemacht, um auf ein Problem mit Hundekot in Kaarst aufmerksam zu machen. Kleine Fähnchen kennzeichnen die Kothaufen.

Am Sankt-Martinus-Kunstweg bietet sich Spaziergängern derzeit ein denkwürdiges Bild. Rund 40 Fähnchen verteilen sich über die Grünfläche und haben besondere Botschaften, wie zum Beispiel "Haufen sucht Herrchen". Wer genauer hinsieht, stellt fest, dass die Wimpel überall dort stehen, wo sich auch ein Hundehaufen befindet.

Auch die Dog Station wurde mit einem Zettel beklebt. Foto: Carolin Skiba

"Wenn man bedenkt, dass jeder kräftige Regen die Haufen wegwäscht und es erst kürzlich stark geregnet hat, ist das schon eine beachtliche Menge, die dort liegt", sagt Sabine Kühl, stellvertretende Vorsitzende des Bau- und Umweltausschusses (BUNA). Das Problem der liegengelassenen Hundehaufen gibt es im gesamten Stadtgebiet und verärgert zunehmend die Bürger.

Birgit Theissen, die mit ihrem Hund regelmäßig am Sankt-Martinus-Kunstweg spazierengeht, kennt das Problem, fühlt sich aber nicht angesprochen. "Ich habe immer meine Hundekot-Beutel dabei", sagt sie und deutet auf das Bündel roter Tüten, die an der Leine befestigt sind. Diese Tüten sind auch in den sogenannten Dogstations zu finden, die überall im Stadtgebiet aufgestellt sind.

Häufig aber sind die Stationen leer. "Ich bezahle 96 Euro Hundesteuer, dafür kann ich eigentlich auch erwarten, dass die Dogstations mit Tüten gefüllt sind", sagt Theissen. Nach Angaben der Stadt sollten sie das auch sein, denn immerhin alle 14 Tage werden die Stationen nachgefüllt. Je nach Standort werden sie mit 500 bis 1000 Tüten aufgefüllt, sagt Brigitte Kaulen vom ordnungsamt.

Dass die Tüten trotzdem oft vergriffen sind, liegt auch daran, dass sich manche Hundebesitzer ausgiebig daran bedienen. Ein solches Beispiel hat Sabine Kühl kürzlich erst erlebt: "Ich habe gesehen, wie ein Mann Tüte um Tüte rausgezogen hat.

Zahlreiche Hundekot-Fähnchen zieren derzeit die Grünflächen am Sankt-Martinus-Kunstweg. Foto: Skiba
  • Kleve : Der Hundekot kommt in die Tüte

Darauf angesprochen, kam in einem sehr aggressiven Ton zurück, dass die Tüten schließlich kostenlos seien." Das ist richtig, "die Tüten sollen aber nur eine Ergänzung sein", erklärt Stefan Adams von der Stadt Kaarst. Es liege in der Verantwortung der Hundebesitzer, für die Entfernung des Kotes zu sorgen.

Wird der Kot gesammelt, landet die Tüte nicht selten in nahegelegenen Vorgärten. "Wenn es an einer Stelle an einem Mülleimer fehlt, sollten Bürger uns das mitteilen. Die Stadt prüft dann, ob dort ein Eimer aufgestellt werden kann", sagt Kühl. Es müsse aber bedacht werden, dass auch die Leerung und Entsorgung Geld koste, das am Ende auf die Bürger umgelegt werde.

Kühl sieht die Lösung in hohen Bußgeldern. "Das muss richtig wehtun, dann werden die Menschen in Zukunft den Hundekot auch aufsammeln. Ein Verwarngeld von fünf Euro hilft da wenig." Zudem sei es nur fair, dass "die Quittung bei denen landet, die es verdienen", so Kühl.

Adams von der Stadt Kaarst weist darauf hin, dass eine Strafe nur dann ausgesprochen werden kann, wenn Hundebesitzer "in flagranti" vom Ordnungsamt erwischt werden würden. Grundsätzlich sei eine hohe Strafe aber möglich. "Das ist aber Sache der Politik, dies zu beschließen", sagt er.

Bislang habe der BUNA noch nicht über hohe Strafen geredet", sagt Kühl. Vielleicht führten die Fähnchen dazu, dass das Thema auf die Tagesordnung kommt. Adams: "Am Ende kann es flächendeckend nur erfolgversprechend sein, wenn jeder eigenverantwortlich handelt."

(NGZ)
Mehr von RP ONLINE