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Kaarst: Händler freuen sich über Wiedereröffnung – Stadt warnt vor erhöhtem Risiko

Einzelhandel in Kaarst : Händler freuen sich über Wiedereröffnung – Stadt warnt vor erhöhtem Risiko

Seit Montag sind in Kaarst die Läden wieder geöffnet. Einzelhändler und Kunden sind gleichermaßen froh. Auch die Wirtschaftsförderung freut sich, jedoch warnt die Stadt davor, dass durch viele Kunden das Infektionsrisiko steigt.

Dienstagmittag, Rathaus-Arkaden: In der Buchhandlung Petra Esser stöbern einige Kunden nach Büchern, andere stehen an der Kasse und bezahlen. Inhaberin Petra Esser ist froh, dass sie endlich wieder mit den Kunden in Kontakt steht. „Die Kunden und wir sind sehr zufrieden, wir freuen uns alle, dass wir wieder da sind“, sagt sie. Ihren Laden musste sie für die Krise umstrukturieren, die Mitarbeiter tragen alle Masken, Abstandshalter und Desinfektionsmittel stehen bereit. Esser würde sich auch von ihren Kunden wünschen, Masken zu tragen, vorschreiben kann sie es ihnen aber nicht. Beim Besuch am Dienstag waren rund acht Kunden da, weniger als die Hälfte trug eine Atemschutzmaske.

Volker Hamburg führt zwei Ladenlokale weiter ein Modegeschäft. Am Montag herrschte dort reger Betrieb. „Die Resonanz war super, da haben wir so nicht mit gerechnet“, sagt er: „Viele Stammkunden freuen sich, dass wir noch da sind. Die Kauflaune war da, die Kunden diszipliniert“, sagt Hamburg, der ebenfalls einen Mundschutz trägt. Der Unternehmer hält den persönlichen Kontakt für wichtig. „Das ist schon etwas anderes als das Online-Geschäft“, sagt er. Die Family-Filiale im Maubiscentrum ist vor allem für Eltern kleiner Kinder ein Anlaufpunkt, und so ist es auch nach der Wiedereröffnung. Gebietsleiter Michael Erhardt spricht von einem bislang „positiven Feedback“ der Kunden. Das „Haus der Geschenke“ in Büttgen hat viel für das Ostergeschäft vorbereitet, doch das ist leider weggebrochen. Deshalb ist Birgit Scholz-Busch froh, wieder persönlich für ihre Kunden da sein zu können. „Der Wegfall des Ostergeschäftes war ein Hieb in unser Herz. Dass wir nun wieder öffnen dürfen, macht uns glücklich“, sagt sie. Auch dort wurden die Regeln verschärft: Vor dem Laden steht ein Tisch mit Desinfektionsmitteln, im Kassenbereich wurde eine Acrylglasscheibe installiert. „Die Kunden nehmen das sehr gut an“, sagt Scholz-Busch.

 Martina Becker, Petra Schiffers und Ines Zwinger vor der Family-Filiale im Maubiscenter.
Martina Becker, Petra Schiffers und Ines Zwinger vor der Family-Filiale im Maubiscenter. Foto: Stephan Seeger
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Die Wirtschaftsförderung sieht die Wiedereröffnung des Einzelhandels jedoch aus zwei Blickwinkeln. Zum einen ist es natürlich gut, dass sich dadurch die angespannte Lage des Handels stabilisiert. Aus ordnungsbehördlicher Sicht ist es jedoch eine Herausforderung, wie Ordnungsdezernent Sebastian Semmler erklärt. „Wir haben in den ersten beiden Tagen erlebt, dass die Öffnung der Geschäfte auch das öffentliche Leben ankurbelt“, sagt er. Es sind deutlich mehr Menschen unterwegs, was ein erhöhtes Infektionsrisiko mit sich bringt. „Wir appellieren dringend an das Verantwortungsbewusstsein jedes einzelnen Kaarsters, die weiterhin geltende Kontaktsperre ernst zu nehmen. Wenn die Regeln missachtet werden, stehen Menschenleben auf dem Spiel“, findet Semmler deutliche Worte. Wenn die Lockerungen als Einladung zur Rückkehr in ein normales Leben verstanden werden, könne das sehr schnell zu einem Rückfall führen. Die Stadt Kaarst ist ausdrücklich aufgefordert, die Einhaltung der Schutzverordnung streng zu kontrollieren und entsprechende Bußgeldverfahren einzuleiten, sollten sich die Bürger nicht daran halten.