Kaarst: Grundschule Budica in Büttgen bleibt dreizügig

Kaarster Schulausschuss hat entschieden : Budica bleibt dreizügig

Eine vierte Eingangsklasse wird es im kommenden Schuljahr nicht geben. Eine Mutter brach im Schulausschuss fast in Tränen aus.

Im Schulausschuss ging es emotional zu wie in einem Rosamunde-Pilcher-Film, als eine mögliche Vierzügigkeit an der Grundschule Budica in Büttgen diskutiert wurde. Leider sollte es für die zahlreich erschienen Eltern kein Happy End geben: Nach zweistündiger Debatte beschloss der Schulausschuss mit 13 Ja- und drei Nein-Stimmen die Dreizügigkeit für den Standort an der Lichtenvoorder Straße.

Mehrere Väter und Mütter meldeten sich zu Wort. Isabel Pleines, die mit ihrer Familie vor vier Jahren aus Düsseldorf ins Neubaugebiet Hubertusstraße gezogen war, rang mit den Tränen, als sie erzählte, wie sehr der Anruf mit der Botschaft, ihre Tochter könne nicht an der Budica eingeschult werden, ihrer Familie „den Boden unter den Füßen weggerissen“ hatte: „Für Mia ist eine Welt zusammengebrochen, sie schläft seitdem schlecht und will nicht mehr in die Kita gehen“, erklärte die Maschinenbauingenieurin und besorgte Mutter. Und sie fügte hinzu: „Es ist für uns eine unerträgliche Vorstellung, dass ausgerechnet unser Kind nicht in Büttgen eingeschult werden kann.“

Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob doch noch eine zufriedenstellende Lösung erzielt werden könnte: Schuldezernent Sebastian Semmler versprach, das Aufstellen von Raummodulen prüfen zu lassen. Fest steht, dass auch für den Offenen Ganztag weiterer Platzbedarf besteht. Semmler wies darauf hin, dass möglicherweise andere Projekte zurückgestellt werden müssten. Hildegard Kuhlmeier (SPD) äußerte zwar größtes Verständnis für das Anliegen der Eltern. Sie gab aber zu verstehen, dass es sehr schwierig werden dürfte, ihre Wünsche zu erfüllen. Schulrat Christoph Schröder hatte alles andere als frohe Botschaften – im Gegenteil: „Im Sommer werden zwei Lehrkräfte die Grundschule in Büttgen verlassen.“ Es werde nicht leicht werden, diese zwei Stellen nachzubesetzen. Eine dritte Lehrkraft nach Büttgen zu bekommen, die im Falle einer Vierzügigkeit dringend gebraucht werde, sei fast aussichtslos. „Wir können keine Lehrkräfte herbei zaubern und ringen mit den vorhandenen Kräften um jede einzelne zusätzliche Unterrichtsstunde“, erklärte der Schulrat. Wolfgang Reuter (SPD) nahm die Verwaltung vor den Eltern in Schutz: „Sie hat jedes Jahr eine Novellierung des Schulentwicklungsplans vorgenommen. Vor einem Jahr noch hatte es an der Grundschule Budica freie Kapazitäten gegeben.“

Das Aktionsbündnis „Der gute Schulplatz“ kritisierte jetzt, dass die Planzahlen nicht vorgelegt wurden – mit diesen Zahlen sei vermutlich anders abgestimmt worden.“ „Es fehlt der politische Wille“ – so brachte Kai-Nils Eicke von dem Aktionsbündnis die zweistündige Debatte auf den Punkt. Die Eltern seien durchweg enttäuscht. Kindern, die in Büttgen leben, dort Freunde haben, aber nicht in Büttgen eingeschult werden können, mute man eine Außenseiter-Rolle zu.

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