1. NRW
  2. Städte
  3. Kaarst

Kaarst: Gewinnerentwurf für Gesamtschule Büttgen vorgestellt

Neubau in Kaarst : Blick auf die Gesamtschule der Zukunft

Der Neubau der Gesamtschule Büttgen ist finanziell betrachtet das größte Bauvorhaben in der Geschichte der Stadt Kaarst. Am Dienstag wurde der Gewinner-Entwurf der Öffentlichkeit vorgestellt.

Es geht um nicht weniger als 42 Millionen Euro: Der Bau der neuen Gesamtschule in Büttgen wird das kostspieligste Bauprojekt in der Geschichte der Stadt Kaarst. Der Totalunternehmer Goldbeck West hatte sich mit seinen Plänen gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. Am Dienstag unterzeichneten Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus und der Projektverantwortliche Eckehard Schmidt im Bürgerhaus den Vertrag. Die Baumaßnahme soll zum Schuljahrsbeginn 2023/24 bezugsfertig sein. Man habe sehr viel Herzblut in die Planungen investiert, es seien aber auch so manche Schweißtropfen geflossen, verriet Goldbeck-Verkaufsingenieur Dirk Hillenhayn. Übrigens: Goldberg West wurde 1969 in Bielefeld gegründet, gilt als das größte Bauunternehmen in Familienbesitz und beschäftigt rund 7000 Mitarbeiter an den unterschiedlichsten Standorten. Kaarst soll von Monheim aus betreut werden.

Der 4. August war ein historischer Tag für die Stadt Kaarst, und Bürgermeisterin Ulrike Nienhaus wird sicher ein bisschen stolz gewesen sein, dass er noch in ihre Amtszeit fiel: „Wir möchten Sie über ein Projekt informieren, dass das wirtschaftlich größte ist, das in Kaarst jemals geplant wurde“, erklärte Nienhaus. Es sei 2016 auf den Weg gebracht worden.

Die Technische Beigeordnete Sigrid Burkhart sprach von einem „Meilenstein auf einem noch langen Weg“. In Zusammenarbeit mit allen Beteiligten sei eine funktionale Leistungsbeschreibung mit einem Umfang von knapp 200 Seiten entstanden. Bei der Schaffung des Planrechts sei auf die Belange der Nachbarn eingegangen worden. Ein Ziel war es, den Verkehrsfluss in Büttgen so wenig wie möglich zu tangieren. „Wir haben viele Anregungen der Anwohner aufgegriffen“, sagte Ulrike Nienhaus. Nur wer weiterhin eine Sicht auf die freie Landschaft haben wollte, dem konnte nicht geholfen werden.

Eckehard Schmidt sprach ebenfalls von einem langen Weg, „der bei uns für viele Schweißperlen gesorgt hat“. Das Grundstück beispielsweise dürfte für so manche Sorgenfalten verantwortlich sein: Mit 22.000 Quadratmetern ist es gut 10.000 Quadratmeter kleiner als das Areal am jetzigen Standort. Projektleiter Dirk Hillenhayn sprach von einem „großen Tag der Freude und des Stolzes“. Mit seinem kurzen Vortrag konnte er den Eindruck vermitteln, dass das Konzept durchdacht ist.

Direkt am bereits errichteten Kreisverkehr wird die Dreifachturnhalle gebaut. Das hat den Vorteil, dass außerschulische Benutzer nicht unbedingt durch Büttgen fahren müssen. Das mittlere Gebäude wird Platz bieten für die Mensa, die zugleich als Aula für andere Veranstaltungen genutzt werden kann. Das eigentliche Schulgebäude als einer der drei Baukörper rückt am stärksten an die vorhandene Bebauung heran – es wird in U-Form errichtet, wobei die Öffnung nach Norden erfolgt – an die Nordseite des Grundstücks kommen auch die Schulhöfe. Eckehard Schmidt versprach eine moderne, umweltfreundliche Technik: „Wir werden die Vorgaben der Energieeinsparverordnung um bis zu 30 Prozent unterschreiten.“ Was auffiel: Die drei Baukörper sprechen eine eher leise Architektursprache, sie kommen längst nicht so kühn rüber wie einst das Kaarster Rathaus und die Rathausarkaden. Für Goldbeck West sei es wichtig gewesen, dass sich die Schule harmonisch in die vorhandene Architektur einfügt. Der Stellvertretende Schulleiter der Gesamtschule, Hermann-Josef Sülzenfuß, lobte das Projekt: Die Schule sei intensiv in die Planungen einbezogen worden. Cook-&-Chill-Küche, Selbstlernzentren, extrem variable Räume für die naturwissenschaftlichen Fächer – das sind nur einige wenige Merkmale des künftigen Schulneubaus. Der FDP-Vorsitzende Günter Kopp hob den perfekten Ablauf des Planungsprozesses hervor. „Ich hoffe jetzt, dass die Schule termingerecht fertiggestellt wird und die Kosten im kalkulierten Rahmen bleiben“, sagte Kopp unserer Redaktion.

Für Hildegard Kuhlmeier, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der SPD, war der Zeitpunkt gekommen, schon ein bisschen stolz zu sein. Das Bauprojekt wird übrigens auf einen Fünfzügigkeit ausgerichtet mit der Option auf eine Erweiterung auf sechs Züge.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So sieht der Siegerentwurf aus